Seele baumeln lassen – Kraft für Kopf und Körper tanken. Nach der längsten Zweitligasaison aller Zeiten ist das extrem wichtig. Diese Sommerpause haben sich die Profis von GWD Minden verdient. Das erste „Beine ausschütteln“ gab es nach dem letzten Heimspiel gegen Bad Schwartau. // Von Carsten Dehne

GWD Minden ist aufgestiegen und blickt mit Optimismus in die kommende Saison

Die Grün-Weißen sind Vizemeister; sie sind Zweiter der Heimtabelle; sie sind Zweiter der Auswärtstabelle. Die Prognose von Trainer Frank Carstens traf voll zu: „Erlangen ist keinen Deut schlechter als GWD Minden.“, sagte mir Frank vor Saisonbeginn. Und die weiteren Mannschaften aus Coburg und Friesenheim hatte Frank auch im August letzten Jahres schon auf dem Zettel.

Die drei Topvereine der Tabelle liegen nicht nur nach Punkten vorn – auch war in deren Hallen am meisten los. Im Schnitt kamen 2.141 Zuschauer in die Kampa-Halle nach Minden – das ist der drittbeste Wert der Liga. Auch hier liegt Erlangen klar vorne mit durchschnittlich fast 3.300 Gästen. Im Mai waren es zu Pfingsten mehr als 8.300 Zuschauer beim Spiel gegen TUSEM Essen. Das bedeutet Weltrekord für eine zweite Handballliga. Schon im Oktober kamen mehr als 5.000 Gäste im Frankenderby gegen Coburg. Die Coburger schaffte es aber selbst auf fast 2.700 Zuschauer im Schnitt.

Wo ich schon Mal bei den Zahlen bin – ich habe mir mal sämtliche Statistiken der Zweitligasaison 2015/2016 durchgelesen. Interessante und erstaunliche Fakten sind dabei ans Tageslicht gekommen. Es gibt zum Beispiel noch einen zweiten Platz für die Mindener: bei den Torvorlagen. Mit 77 Pässen die zu Toren führten ist Christoffer Rambo zweiter dieser Wertung. Rambo ist mit 197 Treffern achter der Torschützenliste. Leider ist seine Quote alles andere als überragend: 170 Mal traf er nicht, also fast die Hälfte ging daneben bzw. wurde eine Beute der Torhüter. GWDs bester Torschütze ist mit 214 Toren Aleksandar Svitlica.

Einziger Grün-Weißer Feldspieler ohne Torerfolg war Markus Jernemyr. Drei Mal warf er aufs Tor – keiner ging rein. Seine Aufgabe ist es ja aber auch Tore zu verhindern. Das macht er hervorragend. Er war bester Blockspieler der zweiten Liga. Der schwedische Altinternationale blockte im Verlauf der Serie 48 Würfe. Das ist mal eine Ansage.

Eine gute Abwehr ist total wichtig für die Torhüter – das macht ihnen die Arbeit leichter. Die Leistung der Torhüter war auch ganz okay. Jeden dritten Ball konnten Gerrie Eijlers und Kim Sonne-Hansen halten. Insgesamt brachten die beiden es auf 485 Paraden. Dabei haben sie Würfe von allen möglichen Positionen „gefischt“. Gerade diese Ausgeglichenheit machte sie für die Schützen unangenehm. Recht chancenlos waren sie allerdings bei 7-Meter-Würfen. Gerrie hielt jeden vierten, Kim „nur“ jeden fünften.

Strafbankkönige waren die Grün-Weißen wahrlich auch nicht. In dieser „Rangliste“ ist Nils Torbrügge Vierzehnter mit 28 Zeitstrafen. Zum Vergleich: Der Ex-Dankerser Oliver Tesch führt diese Wertung mit 44 (!) Zeitstrafen an – das sind fast eineinhalb Stunden…

Wenn es eine Sache gibt, die in meinen Augen richtig ärgerlich ist, dann das bittere „Aus“ im DHB-Pokal. Äußerst knapp verloren die Carstens-Schützlinge Mitte Dezember mit 23:24 beim Bergischen HC. Und das, nachdem die Dankerser beim 23:23 einen Siebenmeter verwarfen und das letzte Tor drei Sekunden vor dem Abpfiff fiel. Das auch noch aus einem Winkel, von dem ein Tor unmöglich erscheint. Sie waren so nah dran an der Pokalendrunde in Hamburg. Das letzte Mal stand GWD 2000 und 2001 im „Final Four“.

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