Die Küche von heute ist Dreh- und Angelpunkt im Haushalt. Sie steht an zentraler Stelle und wirkt fast wie eine Visitenkarte. Individualität ist angesagt, wenn es um diesen Ort geht. // Von Carsten Korfesmeyer

Geht es um die Küchengestaltung, ist Individualität schwer gefragt

Wie in vielen Branchen sind auch beim Kauf einer Küche beim Preis nach oben keine Grenzen gesetzt. Mancher greift tief, ein Anderer sogar noch tiefer – und wiederum ein Anderer eher weniger tief in die Tasche, wenn es um die Ausstattung seiner Kochstätte geht. Qualität gibt es auch wenig Geld, heißt es vom Küchenmarkt, dessen Angebote so bunt, schrill, spießig oder konservativ wie die Menschen sind. Jeder Geschmack werde getroffen – wohl im wahrsten Sinne dieser Worte.

Dass der Küchenkauf eine Entscheidung für eine gefühlte Ewigkeit ist, sei dahingestellt. Gewiss, es gibt diese Menschen, die in jungen Jahren kaufen und bis ins hohe Alter an ihrer Küche festhalten. 50 Jahre oder mehr schaffen diese Möbelstücke locker und höchstens die Elektrogeräte machen zwischendurch mal schlapp. Hochwertiges Material garantiert viel Freude an der Küche, wenn man es denn will.

Inzwischen hat sich der Zeitgeist in eine andere Richtung bewegt. Die Menschen wollen auch küchentechnisch auf dem modernsten Stand bleiben – und das hat die Branche buchstäblich aufgemöbelt. Ideen oder Trends wie das „Smart Home“, mit dem per Smartphone, PC oder Tablet die Frühstückseier gekocht werden können, haben den Markt verändert. Viele rüsten nach, kaufen neu oder bauen um. Auf jeden Fall hat das Geschehen in der Küche an Aufmerksamkeit sehr stark gewonnen. Der technische Fortschritt eröffnet Möglichkeiten, die es bislang noch nicht gab. Auch beim Einsparen von Energie.

Wer sich für den Kauf einer neuen Küche entscheidet, bekommt sie zuvor am Bildschirm millimetergenau am Computer vermessen zu sehen. Dreidimensionale Entwürfe sind längst der Standard bei den Händlern und spätere Enttäuschungen durch die PC-Entwürfe so gut wie ausgeschlossen. Manche mögen es sehr farbig, Andere setzen auf schlichte Töne und die normale Einbauküche ist bei den Kunden nach wie vor so gefragt wie das riesige Kochfeld in der Mitte des Raumes. Individualität ist Trumpf, heißt es von einem Händler. Jede Küche sei so oder so ein Einzelstück, das idealerweise auf die Bedürfnisse seiner Nutzer zugeschnitten ist. Und es lohne sich immer, sich vor dem Kauf Gedanken zu machen und keine übereilten Entscheidungen zu treffen.

Veränderte Lebensumstände, beruflich notwendige Umzüge oder auch der Zeitgeist führen dazu, dass sich die Menschen mittlerweile öfter im Leben eine neue Küche zulegen. Seniorengerechte Ausstattungen oder die Barrierefreiheit tragen ihre Teile dazu bei – und so manche flippige Küche aus den 1960er- oder 1970er Jahren wirkt im Haushalt von Mittsiebzigern eher befremdlich. Aber auch junge Leute, die sich nach den ersten erfolgreichen Jahren im Job mehr leisten können, sind die typischen Neuküchenkäufer. Der Markt bietet jedem etwas.

Möglich ist es aber auch, seine bestehende Küche zu modernisieren. Der Corpus bleibt und die Türen der Schränke lassen sich durch die Fachleute meist problemlos austauschen. Auch die Arbeitsplatte ist austauschbar, sodass die Küche wie nagelneu wirken kann – ohne es tatsächlich zu sein. Das Wichtigste aber ist, dass sich die Menschen in ihrer Küche wohl fühlen. Gegenüber längst vergangenen Zeiten ist sie heute der Mittelpunkt des Wohnens. Die Menschen halten sich viel länger in ihr auf und die Zeiten der reinen Kochstätte sind Geschichte.

Ostwestfalen-Lippe (OWL) gilt übrigens als Hochburg der deutschen Küchenhersteller, die ihrer Kundschaft auf vielen Messen sowie in diversen Ausstellungen die Möglichkeiten darlegen, wie die eigene Küche aussehen könnte. Varianten gibt es immer, tolle Anregungen sowieso und am Ende hat jeder Kunde in aller Regel ein Einzelstück.

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