Wenn am 25. September in Minden der nächste verkaufsoffene Sonntag läuft, steht die Neugestaltung der Fußgängerzone so gut wie vor dem Abschluss. Noch nie zuvor bietet sich dann so vielen Menschen die Gelegenheit, die neue City kennenzulernen.

Es ist immer eine gewisse Faszination, die von verkaufsoffenen Sonntagen ausgeht. Einzukaufen, wenn die Geschäfte eigentlich geschlosssen sein sollten, wirkt anziehend. Rappelvoll ist es deshalb in den Innenstädten, wenn diese Tage sind. Ein Mindener Phänomen ist das ganz sicher nicht, obwohl diese Ereignisse immer ganz besonders viele Menschen in die Stadt an der Weser locken, die inzwischen seit 1218 Jahren besteht.

Ein Jubiläum ist das nicht, ein runder Geburtstag auch nicht – und sicher auch keine Zahl, die mächtig gefeiert werden müsste. Trotzdem wird das Jahr 2016 in die Stadtgeschichte eingehen, weil die erneute Neugestaltung der Fußgängerzone abgeschlossen wird. Beim verkaufsoffenen Sonntag stellt sie sich erstmal (fast) fertig vor. Nur noch in der Obermarktstraße laufen die letzten Arbeiten, während Bäckerstraße, Marktplatz und Scharn längst fertig sind. Das neue Minden stellt sich vor. Viele werden kommen.

Im Blick der Öffentlichkeit steht ganz sicher der von der Edeka Minden-Hannover initiierte Brunnen auf dem Marktplatz. Anfang Juli war der Spatenstich und inzwischen ist die rund 120 000 Euro teure Anlage fertig. Fünf Jahre wird das Unternehmen die jährlichen Unterhaltungskosten von je 7000 Eiro tragen. Es sei ein Geschenk an die Stadt Minden, heißt es. Und die Menschen freuen sich riesig über die Natursteinfläche, die mit ihren Fontänen für viel Aufmerksamkeit sorgen dürfte. Schon während der Bauphase war der Brunnen ein Hingucker. „Passt prima vor das Rathaus“, sagte ein Mindener, der mit seiner Meinung sicher nicht alleine ist.

Natürlich steht das Einkaufen bei einem verkaufsoffenen Sonntag im Fokus. Es ist der Anlass, warum sich die Menschen scharenweise in der City tummeln. Und viele Leute gehen so richtig shoppen, genießen aber auch das besondere Flair, das diese verkaufsoffenen Sonntage senden. Man genießt den Aufenthalt in der Stadt, schaut sich noch ein wenig um, setzt sich in Cafés oder Restaurants und besucht kulturelle Einrichtungen. Auch Besuche im Mindener Dom stehen ganz hoch im Kurs – und bei schönem Wetter ist es auch an der Weserpromenade voller als an den ganz normalen Sonntagen im September. „Es hat einen Werbeeffekt“, sagte mal jemand.

Über die Pflasterung der Fußgängerzone ist viel diskutiert worden. Der eine mag sie, der andere nicht und es gibt auch Menschen, denen die Steine, auf denen sie laufen, vollkommen schnuppe sind. Ganz sicher aber präsentiert sich Minden mit den recht hellen Steinen deutlich moderner als vorher. Sie gibt sich am Puls der Zeit – und auch die Straßenlaternen, um die heiß und engagiert debattiert wurden, verfehlen ihre Wirkung nicht. Einen deutlichen Schritt nach vorne hat die Innenstadt auch hinsichtlich der Barrierefreiheit gemacht, die bei den Verantwortlichen im Rathaus schon seit langer Zeit eine sehr hohe Priorität genießt. Viele Ziele, die mit  dem Barriereatlas formuliert wurden, konnten umgesetzt werden. Als ein gutes Beispiel sei die „taktile Linie“ genannt, an der sich Menschen mit Sehbehinderungen orientieren können. Auch Rollstuhlfahrer kommen zwischen Wesertor und Obermarkt besser zurecht – nicht zu vergessen, dass dort auch Eltern mit ihren Kinderwagen jetzt besser unterwegs sind.

Der Weserspucker vor dem Haus Hagemeyer sowie die Gestaltung des Scharns sind ganz wesentliche Elemente der Innenstadtgestaltung. Und sehr viele Kritiker sind inzwischen auch verstummt, weil sie das Ergebnis gut finden. Dass sich in der Stadt die Massen tummeln, ist sicher. Parkplätze gibt es unter anderem in der Rathaustiefgarage oder auf Kanzlers Weide. Traditionell läuft der verkaufsoffene Sonntag von 13 bis 18 Uhr. Zeit, in der die Menschen shoppen, schauen, staunen oder sich über verschiedene Dinge informieren können. Viele kommen auch deshalb, um andere Menschen zu treffen. Die City ist ein Treffpunkt.

 

 

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