Mit fast vollem Kader ging Frank Carstens mit seiner Mannschaft in die Vorbereitung auf den zweiten Teil der Saison 2017/2018. Die beiden Norweger Espen Christensen und Magnus Gullerud weilten mit ihrer Nationalmannschaft bei der EM in Kroatien und Max Staar war zu Beginn des Jahres bei einem Lehrgang plus 4-Länder-Turnier der Juniorennationalmannschaft. Die drei haben also alles andere als gefaulenzt.

Schwitzen kommt vor dem Spielen

Einziger Urlauber war zu Trainingsbeginn Marian Michalczik. Kein Wunder: der hatte ja vorher kein frei, da er sich ja mit der deutschen Nationalmannschaft auf die EM vorbereitet hatte. Nach der Nicht-Nominierung bekam Marian dann die wohlverdiente Auszeit. So war einer der gefragtesten Deutschen Halblinken nicht bei den ersten beiden Testspielen auf der Platte. Wobei das Wort „Testspiel“ wohl übertrieben ist. Denn die Spiele gegen eine Regionalauswahl aus Bad Oeynhausen und Eintracht Oberlübbe sind eher was fürs Image. In Bad Oeynhausen stand der gute Zweck im Vordergrund, denn der Erlös ging an die Aktion „Bildungspartner“. Rund 400 Zuschauer sorgten trotz gleichzeitigem Spiel der Nationalmannschaft bei der EM für eine gut gefüllte Halle und einen entsprechenden Umsatz. Und sie bekamen eine Menge zu sehen. So ließ GWD-Trainer Frank Carstens die Grün-Weißen unter anderem diverse Abwehrvarianten spielen. Allerdings ging GWD auch nicht mit der typischen Bundesligahärte ins Spiel. Das wäre auch überflüssig.

Einen Tag später erfüllte GWD Minden seine Pflicht gerne bei Eintracht Oberlübbe. Trotz Orkantief „Friederike“ machten sich auch hier rund 400 Zuschauer auf den Weg zum Spiel gegen den Kooperationspartner. Fazit: beste Werbung für den Handball, ein super aufgelegter Aleksandar Svitlica mit 15 Treffern und ein Kempa-Tor für Oberlübbe gegen den Bundesligisten. So soll es ein: Spaß und Unterhaltung für die Zuschauer durch ein gutes Spiel mit Tempo und ein paar Kabinettstückchen. Das Schwitzen kommt vor dem Spielen: dreimal müssen die Grün-Weißen im Februar nach der EM-Pause ran. Zunächst geht es nach Hannover – am Donnerstag, den 08.02. steigt die Partie bei den „Recken“. Schmerzhaft der Gedanke ans Hinspiel, als die Hannoveraner mit dem Schlusspfiff einen Freiwurf direkt verwandeln konnten und so einen Punkt aus der Kampa-Halle mitnahmen.

Am Sonntag, 18. Februar, kommt der TV Hüttenberg nach Minden. Dort gab es Ende November den ersten und einzigen Auswärtssieg der Saison. Aufpassen: die kämpfen mit allem was sie haben gegen den Abstieg – das wird kein Selbstläufer. Donnerstag, 22. Februar schließlich steht die Fahrt nach Erlangen an. Der ehemalige Mitaufsteiger hat beim Gedanken an GWD sicherlich eine Rechnung offen: das Hinspiel gewann Dankersen mit 33:22. Das war wie gegen Kiel und die Rhein-Neckar Löwen mit 11 Toren Abstand die höchste Saisonniederlage der Franken – die werden den Spieß umdrehen wollen.

Bereits zum elften Mal hintereinander hat GWD Minden das Gütesiegel für gute Jugendarbeit bekommen. Seit dem es dieses Siegel gibt gehört GWD zu den ausgezeichneten Vereinen. Das spiegelt sich im aktuellen Kader wieder: mit Sören Südmeier, Marian Michalczik, Mats Korte, Lukas Kister und Max Staar haben gleich fünf Spieler einen Bundesligavertrag, die in der GWD-Nachwuchsabteilung ausgebildet worden sind. Zwei weitere, nämlich Nils Torbrügge und Joel Birlehm, spielen für den TuS N Lübbecke in der Bundesliga. Der TuS hat das Zertifikat in diesem Jahr erstmalig erhalten.

Von Carsten Dehne

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