Informiert wird beim Berufsparcour vor allem über die klassische Ausbildung. „Denn die ist der Einstieg und bietet jungen Leuten jede Menge Karrierechancen“, sagt Willi Hartmann, der das Start-Konzept mit entworfen hat – und inzwischen vor allem an Schulen anbietet. Mit großem Erfolg. // Von Carsten Korfesmeyer

Der Berufsparcours informiert im Schnelldurchgang über Karrierechancen. Deshalb ist er an Schulen immer gefragter.

Viele junge Menschen wissen gegen Ende ihrer Schulzeit noch nicht, welchen beruflichen Weg sie einschlagen wollen. Es fehlt an Wissen über die jeweiligen Ausbildungen – und so mancher traut sich auch nicht danach zu fragen. Hemmschwellen sind vorhanden und das sei durchaus normal, sagt Willi Hartmann. Der Ausbildungscoach weiß aus seiner langen Erfahrung über diese Probleme von Schülern sehr gut Bescheid. Mit seinem Start-Konzept, das er gemeinsam mit Christof Kuczera von der Stadtsparkasse Porta Westfalica erstellt hat, geht er exakt auf diese ein. Beim Berufsparcours werden die jungen Leute dort abgeholt, wo sie mit ihren Infos über Jobs gerade stehen.

„Und das ist meist sehr am Anfang“, sagt Hartmann. Der Erfolg des Berufsparcours bestehe vor allem darin, dass die Jugendlichen auf Gesprächspartner treffen, die mit ihnen auf Augenhöhe reden. So können Fragen nach Voraussetzungen, Arbeitszeiten, Aufgaben oder Ausbildungsdauer sehr viel leichter gestellt und beantwortet werden. Unterschiedliche Unternehmen sind beim Parcours mit Mitarbeitern vertreten, deren Ausbildung läuft oder kürzlich erst beendet wurde.

Eine Unterrichtsstunde dreht sich sozusagen alles im Kreis. In aller Regel nehmen Schüler der neunten und zehnten Jahrgangstufe am Berufsparcours teil. In einem Raum sind mehrere Tische und Stühle verteilt, an denen die Vertreter der Unternehmen innerhalb weniger Minuten die wichtigsten Fragen zu den Ausbildungsmöglichkeiten ihrer Betriebe verraten. „Mir gefällt das“, sagt beispielsweise Celine Marie Schweiger. Die 15-Jährige ist Schülerin der Gesamtschule Porta Westfalica und hat sich selbstverständlich mit ein paar Fragen auf die Gesprächsrunden vorbereitet. „Ich habe auch nach beruflichen Perspektiven gefragt“, sagt sie. Das machen außer ihr noch sehr viele.  

Denn mit dem Ende der Ausbildung ist das Thema Lernen nicht zu Ende. Dass es auf dem heutigen Arbeitsmarkt nicht ohne regelmäßige Fort- und Weiterbildung geht, haben die Jugendlichen längst kapiert. Der Mensch lernt nie aus, heißt es. Und bei den Unternehmen werden Fachkräfte in der Zukunft noch händeringenger gesucht als es ohnehin heute schon ist. „Das eröffnet dann Karrierechancen“, sagt Hartmann.

Dass es nicht unbedingt ein Studium sein muss, ist eine weitere Botschaft, die der Berufsparcours mit dem Start-Konzept sendet. Denn die klassische Ausbildung sei nach wie vor sehr erfolgsversprechend, sagt Willi Hartmann. Innerhalb der Unternehmen gibt es sehr viele Aufstiegschancen und Möglichkeiten einer Weiterentwicklung.

Die bisherigen Berufsparcoure  verliefen sehr erfolgreich. Atessa Kern, die maßgeblich an den Vorbereitungen beteiligt ist, spricht von lockeren und unkonventionellen Gesprächsrunden, in denen die Schüler in ganz kurzer Zeit ganz viel über Berufsbilder erfahren haben. „Die Jugendlichen waren hinterher spürbar zufrieden“, sagt die Mitarbeiterin der Willi Hartmann GmbH. Und auch aus den Reihen der Unternehmen, die durch den Parcours die Möglichkeiten haben, sich ebenfalls vorzustellen, gibt es bis dato nur positive Reaktionen.

Immer mehr Unternehmen aus der Region nehmen am Berufsparcours teil. Mit einem Erfolg dieser Veranstaltung haben die Verantwortlichen zwar durchaus gerechnet, doch die Erwartungen wurden weit übertroffen. Schüler und Unternehmen profitieren von dieser Win-Win-Situation und die unkonventionelle Art der Präsentationen lässt jede Hemmschwelle ruckzuck verschwinden.

Wer am Berufsparcours teilnehmen möchte, erhält sämtliche Infos bei Willi Hartmann, der per E-Mail unter willi@willihartmann.de erreichbar ist.

Share Button