Dort, wo man wieder fit wird  – Mehr als 850 Quadratmeter Therapiefläche

Andreas Sieker steht vor einem „isokinetischen Test- und Trainingsgerät“, das etwas gewaltig wirkt, aber viel kann. Es misst die Kraft und zeichnet die Werte auf, erklärt der Geschäftsführer des Physiotherapiezentrums Reha-Minden. Einseitige Belastungen von Armen, Beinen oder auch  Schonhaltungen sollen dadurch verhindert werden, die Betroffene nach Krankheiten, Operationen oder Unfällen gerne einnehmen. Zu alter Stärke zu finden sei das Ziel. Und das ist generell das Ziel von Reha-Maßnahmen.

Reha-Minden ist riesig. Allein auf mehr als 850 Quadratmeter verteilt sich die Therapiefläche im Erdgeschoss in der Kutenhauser Straße 13. Damit hat das 1993 gegründete Zentrum in etwa die Ausmaße einer Reha-Klinik. 30 Mitarbeiter zählt das Team, das aus Sportlehrern, Physiotherapeuten und Krankengymnasten, Masseuren und medizinischen Bademeistern besteht. Prokuristin Andrea Heuke hingegen ist Betriebswirtin. „Wir arbeiten eng mit Kliniken zusammen“, sagt sie. Vor allem mit dem Johanes-Wesling-Klinikum verbinde Reha-Minden seit geraumer Zeit ein erfolgreiches Zusammenwirken. „Die Patienten werden uns zugewiesen“, sagt Sieker. Das sei im Reha-Bereich üblich und sein Haus biete nahezu sämtliche Leistungen der Branche. Und wollte man einen Schwerpunkt festlegen, liege der in der Rehabilitationstherapie nach Berufsunfällen.

Wie facettenreich Reha-Maßnahmen ablaufen, zeigt sich beim Rundgang durch das Gebäude. Einen großen Bereich deckt die Krankengymnastik mit der erweiterten ambulanten Physiotherapie ab. Eindrucksvoll wirkt ebenfalls das mit Thermalwasser gefüllte Bewegungsbad, in dem unter anderem Wassergymnastik angeboten wird. Mit allerlei Trainingsgeräten versehen ist der Fitnessraum ausgestattet. Für jeden Patienten gibt es einen  individuell ausgearbeiteten Trainingsplan, der sich exakt und detailliert an der jeweiligen Erkrankung der Betroffenen orientiert. Um den Erfolg der Therapie zu fördern, läuft das Training immer unter fachlicher Aufsicht.

Gegenüber früher, starten Reha-Maßnahnen heutzutage wesentlich eher. Den klassischen Gips gibt es längst nicht mehr und die Therapien starten laut Sieker häufig schon während der Genesungsphase. Vieles sei machbar, damit es beispielsweise gar nicht erst zu übermäßigem Muskelabbau komme. „Das ist der Schlingentisch“, sagt er. Mit ihm werden vor allem die Schultern therapiert. Ein Raum weiter befindet sich ein Lasergerät, mit dem der Zellstoffwechsel angeregt wird. Nach Worten des Reha-Minden-Geschäftsführers, dessen Zweite Geschäftsführerin Svenja Vogt ist, kommt dieses beispielsweise dann zum Einsatz, wenn Wunden schlecht heilen. Eine weitere Abteilung widmet sich der so genannten Elektrotherapie, die der Stimulierungvon Muskeln dient. „Das ist hauptsächlich nach Brüchen der Fall“, sagt Sieker. Und sogar an Wellness ist gedacht. In einem Raum wird mit Hotstones behandelt. Außerdem gibt es einen Gruppenraum.

Reha-Minden verfügt über einen eigenen Fangobereich, den nach Siekers Worten nicht mehr viele Physiotherapeutische Zentren in Deutschland haben. Das gemalene Vulkanstein wird mit einem speziellen Gerät auf eine Temperatur von 46 Grad gebracht und dann auf die Haut gelegt. „Das kann man gut haben“, sagt Sieker. In den einzelnen Kabinen im Massagetrakt befindet sich nach seiner Aussage zugleich der einzige Bereich, in dem die Patienten nicht aktiv sein müssen und die Behandlung empfangen.

Eine wachsende Bedeutung kommt dem Empfangsbereich zu, wo alles Organisatorische abgewickelt wird – und die Patienten vor allem begrüßt werden. Die Menschen sollen sich sofort wohl und bestens aufgehoben fühlen. Das sei wichtig – auch für den Behandlungserfolg. Gesetzliche Bestimungen machen es nach Worten des Chefs allerdings erforderlich, die Therapieverläufe zu dokumentieren. Der von Andrea Heuke betreute Verwaltungsbereich von Reha-Minden befindet sich in den beiden oberen Stockwerken des Hauses. Dort gibt es außerdem einen Schulungsraum – und der Geschäftsführer weist noch darauf hin, dass es auf den Fluren im Erdgeschoss auch regelmäßig Ausstellungen regionaler Künstler zu sehen gibt. „Das kommt bei unseren Patienten auch immer sehr gut an“, sagt er.

www.reha-minden.de

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