Es sind Fotoaufnahmen aus dem Alltag. Zu sehen sind Landschaften, Menschen oder Gebäude. Ausgedruckt sind sie auf Aquarellpapier und so gestochen scharf, dass der Betrachter tief in die Bilder eintauchen will. // Von Carsten Korfesmeyer

Fotoausstellung „so.GESEHEN“ präsentiert besondere Blicke durch die Kamera

Ekhard Franke will dem Betrachter seiner 38 Fotos genügend Raum für eigene Interpretationen einräumen. „Es sind Momentaufnahmen“, sagt der 64-Jährige. Das Bild eines vorbeifahrenden Radfahrers ist beispielsweise aus purem Zufall entstanden, weil die Kamera plötzlich auslöste. Daraus wurde ein Bild, das durch seine Unschärfe eine enorme Dynamik erreicht und voller Leben ist. Eindruck machen auch die Aufnahmen vom Meer, die zu einem großen Teil am winterlichen Strand von St.Peter Ording entstanden sind. Wie gemalt wirken diese Motive, die das Watt, Menschen und die Ruhe der Küsten ausdrücken. Wer diese Exponate betrachtet, wird ruhiger und erlebt wenig später so etwas wie ein Stück innere Harmonie.

„Nehmen Sie sich Zeit“, sagt Ekhard Franke beim Rundgang durch die Ausstellung, die in den Räumen von Reha-Minden in der Kutenhauser Straße 13 präsentiert wird. Vor 17 Jahren hat sich der mittlerweile pensionierte Lehrer vom Mindener Besselgymnasium erstmals mit der Kunst – und seit mittlerweile vier Jahren speziell mit der Fotografie beschäftigt. Als Ausgleich, wie er sagt. Doch unverkennbar ist der Einfluss aus der Mathematik, Physik und Informatik auf seine Werke – besonders dann, wenn es um Gebäudeaufnahmen geht, deren Blickwinkel erst beim zweiten, dritten oder gar vierten Hinsehen erkennbar werden.

Ekhard Franke, der viel reist und einen starken Bezug zu Brasilien hat, war auch in Rio unterwegs. Die Aufnahme des Zuckerhuts und der Metropole des südamerikanischen Landes entstand an einem Tag, der zunächst gar nicht ideal für eine Fotografie schien. Später zeigte sich wie imposant sich der Kontrast zwischen der glasklaren City und den Nebelschwaden im Hintergrund entwickelt. Das Bild befindet sich dadurch in Bewegung.

Zufallsmomente wie das küssende Liebespaar in abendlicher Sonne oder die Jogger im Sand strahlen vor allem Lebensfreude aus, ohne das Senden von Botschaften zu vergessen. Welche Rückschlüsse die Bilder zulassen, wird sich jeder Betrachter letztlich unterschiedlich beantworten können. Das hängt sicherlich auch mit eigenen gemachten Erfahrungen zusammen. Die Exponate sind Momente des Lebens, die heiter, romantisch, spontan und vielleicht auch mit einer Portion Melancholie versehen sind. Vor allem aber sind sie individuell und somit einzigartig  – so wie jeder Mensch.

Ekhard Franke plant noch weitere Projekte und Ausstellungen. Mit der Kamera wird er weiter mit offenen Blicken unterwegs sein, Stimmungen und Momente einfangen, die er „so.GESEHEN“ hat. Die Ausstellung ist mindestens noch bis Ende August in den Räumen von Reha-Minden in der Kutenhauser Straße 13 zu sehen. Geöffnet ist montags bis donnerstags in der Zeit von 7 bis 19 Uhr, freitags von 7 bis 16 Uhr. Führungen mit Ekhard Franke sind am Mittwoch, 5. Juli, von 11 bis 12 Uhr sowie am Donnerstag, 6. Juli von 18 bis 19 Uhr und am Freitag, 7. Juli, von 14 bis 15 Uhr.

Ekhard Franke ist per Mail unter ekhard.franke@t-online.de erreichbar.

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