Bei einer Dating-Show im Fernsehen hat Marc Lehwald nach der großen Liebe gesucht. Inzwischen hat er sie gefunden, allerdings nicht mit der Unterstützung der Doku „First Date – ein Tisch für Zwei“. Ein Erlebnis war der Aufritt für den 46-jährigen aber dennoch. Im Gespräch mit Redaktionsleiter Carsten Korfesmeyer spricht der Portaner über die Show, das Date und auch darüber, warum er überhaupt kein Lampenfieber hatte.

„Es hat mich einfach gereizt“

Der Portaner Marc Lehwald (46) spricht über seinen Auftritt in der Fernseh-Doku „First Date – ein Tisch für Zwei“

Marc, bleiben wir beim „Du“?

Sehr gerne.

„First Date – ein Tisch für Zwei“ heißt die Fernsehsendung, in der du im März zu sehen warst. Deine große Liebe hast du aber woanders gefunden.

Ja, das ist schon eine nette Geschichte. Denn eigentlich habe ich an der Sendung teilgenommen, um eine Frau fürs Leben kennenzulernen. Die habe ich dann aber im wahren Leben gefunden. Sie heißt Miriam – und wir hatten uns schon vor sechs Jahren kennengelernt. Jetzt hat es gefunkt.

Und mit deinem Date in der Sendung hat es nicht funktioniert?

Gefunkt hat es nicht, aber wir haben uns trotzdem anderthalb Stunden gut unterhalten. Die Frau hatte bereits zwei Beziehungsratgeber geschrieben und wollte mich wohl auch unter die Lupe nehmen. Mir ging es ehrlich gesagt auch nicht darum, gerade mit ihr eine Beziehung aufzubauen. Viel mehr wollte ich auf mich aufmerksam machen und darauf, dass ich Single bin.

Der du ja schon nicht mehr warst, als die Sendung ausgestrahlt wurde.

Richtig, zwei Wochen vorher war ich quasi vom Markt. (lacht) Ich habe die Sendung dann sogar mit meiner Freundin gemeinsam angesehen. Sie hat damit auch überhaupt kein Problem. Sie hätte auch nichts dagegen, wenn ich sowas noch einmal machen würde. Ein Angebot hatte ich sogar schon.

Seit anderthalb Jahren bist du geschieden. Was treibt jemanden wie dich denn in eine Fernsehshow, in der Menschen verkuppelt werden sollen?

Es hat mich einfach gereizt. Ich bin ein sehr offener Mensch und die Sorge, dass ich mich womöglich bloß stelle, hatte ich nicht wirklich. Bei „First Date – ein Tisch für Zwei“ handelt es sich ja um ein ernsthaftes Format. Das war mir ganz wichtig. Gestoßen bin ich auf die Sendung übrigens durch Facebook. Ich habe mich dann einfach samstags beworben und Montag kam schon der Anruf, dass ich genommen werde.

Schreibt man da eine ganz normale Bewerbung?

Nein, du bekommst einen Fragebogen zugeschickt. Der hat etwa 70 Fragen und darin musst du über dich Auskunft geben. Es wird dann ein Profil erstellt. Dann suchen die Fernsehleute nach einer passenden Frau. Im Grunde ist das nichts anderes, als wenn man sich bei einer Singlebörse im Internet anmeldet.

Ist es nicht sehr aufregend, auf diese Weise im Fernsehen aufzutreten?

Für mich nicht, denn ich kenne zum Glück kein Lampenfieber. Ich habe auch keine Probleme damit, spontan vor größerem Publikum aufzutreten. Deshalb bin ich das alles auch sehr ruhig angegangen. Du bekommst von den ganzen Mikros und Kameras auch gar nicht so viel mit. Außerdem sind die Leute von der Show sehr nett. Sie behandeln einen so, dass man sich wohl fühlt.

Vor dem Spiegel bleiben anfangs alle stehen. Wusstest du, dass dort eine Kamera installiert ist?

Ja, das war mir bewusst. Aber ich habe schnell vergessen, dass alles aufgezeichnet wird. In dem Lokal waren ja auch noch andere Gäste.

Was ist das eigentlich für ein Lokal in Köln gewesen? Gehört es wirklich Roland Trettl?

Nein, das ist ein Pop-up-Restaurant. Ein Fake. Es ist eine reine Filmkulisse und inzwischen schon wieder abgerissen. Es wurde nur für die Show gebaut.

Hast du denn ernsthaft erwartet, in der Sendung deine Frau fürs Leben zu finden?

Nein, das ehrlich gesagt nicht. Es wäre zwar ganz nett gewesen, wenn die Produktion eine passende Partnerin gefunden hätte aber gerechnet hatte ich damit eher nicht. Ich wollte über das Fernsehen Frauen ansprechen, die mich dann vielleicht kennenlernen möchten.

Und hat das funktioniert?

Auf jeden Fall. Während die Sendung im Fernsehen lief, bekam ich jede Menge Nachrichten zugeschickt. Ich war total erstaunt, wie viele von meinen Bekannten sich diese Sendung ansehen. Dass ich dort auftrete, wussten ja schon einige, aber mit einer solchen Resonanz hatte ich wirklich nicht gerechnet.

Wie fielen denn die Reaktionen aus?

Durchweg sehr positiv.

Dass viele deiner Bekannten es „mutig“ fanden, kannst du nicht verstehen. Warum?

Weil ich nicht weiß, was daran „mutig“ sein soll.  Man geht ins Fernsehen und sich dort einfach so gibt, wie man ist. Ich verstelle mich nicht und bin im Grunde so wie immer. Das erfordert meines Erachtens nach keinen Mut.

Aber nicht jeder ist so locker drauf.

Mag sein. Ich bin schon ein sehr extrovertierter Mensch und ich gebe auch offen zu, dass ich gerne im Mittelpunkt stehe. Ich bin beispielsweise auch in der Karnevalsgesellschaft „Weserspucker“ in Minden aktiv und durch meinen Job in der Marketingbranche habe ich ebenfalls viel damit zu tun mich und meine Arbeit darzustellen. Ich war aber schon immer so.

Gehst du denn immer so offensiv auf Frauen zu?

Ich denke ja. Ich habe jedenfalls kein Problem damit, direkt auf den Punkt zu kommen.

Wie darf ich das verstehen?

Nehmen wir einmal an, ich treffe in der Stadt eine Frau, die ich interessant finde. Ich bin so ein „Liebe auf den ersten Blick-Typ“. Warum soll ich dann erst herumdrucksen und nach der Uhrzeit oder so fragen? Viel ehrlicher ist es doch in solchen Momenten, ihr direkt zu sagen, dass sie mir gefällt. Natürlich frage ich dann auch, ob sie einen Freund hat.

Und das hat auch schon funktioniert?

Ja klar. Ich habe sogar die Erfahrung gemacht, dass die Frauen das in der Regel gut finden, direkt angesprochen zu werden. Einmal bin ich sogar extra in einen Friseursalon gegangen, wo eine Frau, die mir gefiel, arbeitete. Der ganze Salon hat das mitbekommen, als ich fragte. Die Situation war alles andere als peinlich oder unangenehm. Die fanden das alle eher toll, dass das jemand so macht. Sie war allerdings schon vergeben. Aber Fragen kostet halt nichts.

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