Der viergrößte „Indoor Cycling Marathon“ Deutschlands läuft beim TuS 09 Möllbergen in der Sparkassenarena von Porta Westfalica. 200 Räder und rund 250 Teilnehmer gehen bei der Großveranstaltung am Samstag, 4. November, in der Zeit von 11 bis 17 Uhr an den Start. Redaktionsleiter Carsten Korfesmeyer hat mit Organisator Andreas Krutschek über eine Sportart gesprochen, die bei den Menschen immer besser ankommt.

Andreas Krutschek (50) spricht über den „Indoor Cycling Marathon“ in Möllbergen, das Programm und die positiven Effekte auf die Gesundheit.

Herr Krutschek, beim ersten Mal gab es 50 Teilnehmer, dann 100 und jetzt werden es wohl 200. Das sind Steigerungen um 100 Prozent.

Indoor Cycling wird ja auch immer beliebter. Und unser Marathon lebt natürlich von der wahnsinnig tollen Stimmung in der Sparkassenarena. Steigerungen in diesen Dimensionen sind natürlich aus Platzgründen dort nicht mehr groß machbar. Aber 200 Räder passen rein und ein bisschen Luft nach oben haben wir auch noch. Wir stellen sie einfach längs auf.

Muss man denn schnell fahren?

Nein, das kann sich jeder so einteilen, wie er mag. Die Räder sind fest installiert und jeder kann sich einen Widerstand in beliebiger Stärke einstellen. Dafür gibt es einen Knopf in der Mitte. Die Veranstaltung ist ja kein Wettbewerb im herkömmlichen Sinn. Jeder kämpft gegen sich selbst. Und es ist ja auch möglich, sich ein Spinning-Rad zu teilen. Teamfahrer wechseln sich meist nach zwei Stunden ab. Es gibt aber Teilnehmer, die ziehen die ganzen sechs Stunden durch. Die Einzelfahrer machen in aller Regel aber nach jeder Stunde eine Pause von zehn Minuten.

Das heißt, jeder Normalbürger könnte teilnehmen?

Jeder, der regelmäßig Fahrrad fährt, dürfte keine Probleme haben. Indoor Cycling ist übrigens sehr gesund. Im Schnitt verbraucht ein Mensch etwa 800 Kalorien pro Stunde auf dem Bike. Das ist etwa doppelt so viel, als wenn man normal mit dem Fahrrad unterwegs ist. In der dunkleren Jahreszeit ist es außerdem auch sicherer, während der Kurse zu fahren.

Was fasziniert an dieser Sportart so sehr?

Das Zusammenspiel aus Ausdauer, Kraft, Technik, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Komponenten mentaler Aspekte macht das Indoor Cycling Programm so einzigartig. Hierbei handelt es sich um ein effektives, gezieltes und systematisches Training für jedermann, ohne einen bestimmten Fitnesslevel vorauszusetzen.

Ihr Verein setzt sehr auf Breitensport. Und sicher auf den Werbeeffekt durch die Veranstaltung.

Ohne Breitensport wäre ein Verein wie der TuS 09 Möllbergen gar nicht denkbar. Gerade in den vergangenen Jahren hat sich in dem Bereich eine Menge nach vorne entwickelt. Ich denke da nur an die Handballerfolge (1. Mannschaft spielt in der Oberliga, Anm.d.Red.) oder auch an den WEZ-Triathlon. Da sind die richtigen Leute zur richtigen Zeit am Drücker. Wir setzen darauf, dass sich daran auch nichts ändert. Auch künftig werden wir im Breitensport einen Schwerpunkt setzen und noch mehr anbieten.

Was denn so?

Darüber kann und werde ich im Moment noch nicht sprechen.

Dann bohre ich auch nicht weiter nach, lasse mich zu gegebener Zeit überraschen und komme zurück auf den „Indoor Cycling Marathon“. Ist der auch was für Zuschauer?

Absolut. Es gibt viel Programm, das weit über Kaffee und Kuchen hinaus geht. Die Veranstaltung lebt natürlich auch durch ihre Showeffekte. Allein die „Light Show“ ist schon sehenswert. Wir haben außerdem wieder Leon Zoerb als Trommler verpflichten können, der für eine tolle Atmosphäre sorgen wird. Und in der letzten Stunde – wir nennen sie die  Finalstunde – ist die Stimmung immer ganz fantastisch. Für Besucher lohnt es sich auf jeden Fall, mit dabei zu sein. Und vielleicht bekommt ja der ein oder andere Lust darauf, beim nächsten Mal ebenfalls aktiv zu werden.

Können die Sportler eigentlich zwischendurch mal Pause machen?

Das wäre möglich, aber ich würde es nicht empfehlen. Besser ist es, die  zwei Stunden durchzuziehen und sich dann vom Teamkollegen ablösen zu lassen. In aller Regel reicht es völlig aus, zwischendurch mal langsam zu fahren, um sich zu erholen. Man sollte aber immer in Bewegung bleiben.

Wie sieht es mit der Versorgung aus?

Getränke, Snacks und Obst sind in der Startgebühr enthalten – und die Sportler werden sogar während des Fahrens versorgt. Ein kurzes Zeichen genügt – und unsere Helfer sind vor Ort.

Die Veranstaltung lebt besonders davon, dass die so genannten Instructor für die nötige Motivation sorgen. Ist das der richtige Eindruck?

Durchaus. Als Instructor geben neben meiner Frau Susanne und mir noch  Beate Schenk, Markus Selbig und Andreas Haugwitz den Takt vor. Wir sind sozusagen ebenfalls als Einheizer unterwegs.

Sie veranstalten den viertgrößten „Indoor Cycling Marathon“. Wo finden denn die anderen drei statt?

Der größte läuft in Nürnberg mit 300 Rädern, der zweitgrößte mit ebenfalls 300 Rädern in Bremen und der drittgrößte in Balve mit 250 Rädern. Und dann kommen schon wir. Die drei anderen werden allerdings von großen Sponsoren finanziert. Wir machen das alles ehrenamtlich.

Von den ehrenamtlich ausgetragenen „Indoor Cycling Marathons“ sind sie also bundesweit die Nummer eins.

Richtig.

Kommen die Teilnehmer auch aus ganz Deutschland?

Ja, manche reisen sogar von weit her an. Wir haben Teilnehmer aus dem hohen Norden und aus Süddeutschland. Altersmäßig ist übrigens jede Generation vertreten. Schon 16-Jährige sind dabei und der Älteste kommt sogar aus Möllbergen. Der ist meines Wissens nach 77 Jahre alt. Und der zieht das volle Programm durch.

Info:

Wer beim „Indoor Cycling Marathon“ mitmachen möchte, sollte sich möglichst zeitnah unter www.tus09-moellbergen.de registrieren. Das Kontingent an Rädern ist begrenzt. Wie im Vorjahr wird Schlagzeuger Leon Zoerb aus Minden den Sportlern live einheizen. Getränke, Snacks und Obst sind in der Startgebühr enthalten. Als Instructor geben neben Susanne und Andreas Krutschek auch Beate Schenk, Markus Selbig und Andreas Haugwitz den Takt vor. Mit der LVM Versicherungsagentur Brink aus Minden steigt erstmals ein Sponsor in die Großveranstaltu

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