Als DJ ist Kid Vincent schwer angesagt. Der Mindener steht in großen und renommierten Häusern an den Mischpulten und gibt den Menschen das, was sie wollen: Eine tolle Party. Im Gespräch mit Redaktionsleiter Carsten Korfesmeyer erzählt er was ihm die Musik bedeutet.

Vincent, wenn ich deine Musik höre, kann ich die Stilrichtung nicht richtig einordnen. Hilfst du mir auf die Sprünge?

Mich kann man musikalisch nicht so leicht einordnen. Und das ist von mir auch so gewollt. Ich bin sozusagen multimusikalisch und ich mag Urbanen Sound genauso wie Experimentellen. Ich bin als Kind mit Nina Hagen und Frank Zappa aufgewachsen. Bei uns zu Hause lief aber auch Elektronische Musik oder Hip Hop. Ich höre aber auch Klassik sehr gerne. Ich bin da in keine Richtung festgelegt.

Außer Schlager.

Richtig. Da fehlt mir der Zugang. Ich will Schlager nicht schlecht reden, aber er holt mich nicht ab. Das ist eine Musikrichtung, die mir nichts gibt. Du bist seit fast zwei Jahrzehnten DJ, hast enorme Erfahrung in der Musik. Was bedeutet sie dir? Und welchen Stellenwert hat sie in deinem Leben? Ich finde, Musik spielt im Leben jedes Menschen eine wichtige Rolle. Sie ist einfach da und jeder verbindet doch irgendetwas mit ihr. Wird ein bestimmter Song gespielt, geht doch in uns immer etwas vor. Musik ist Gefühl und frei von Stereotypen. Und sie hat ihre eigene Sprache.

Am 13. April erscheint deine erste Single.

Ja, und ich bin schon sehr gespannt darauf, wie sie ankommt. Sie heißt „GU$$I“ und ist auf Spotify erhältlich. Ich bin sehr neugierig darauf, wie es mit mir musikalisch in den nächsten Jahren noch weitergeht. Troztzdem bleibe ich gelassen und lasse alles ganz locker auf mich zukommen. Denn die Hauptsache für mich ist, im Leben zufrieden und gesundheitlich fit zu sein. Und das bin ich.

Großen Erfolg hast du ja bereits seit mehreren Jahren. Du legst in vielen Städten auf – beispielsweise in Osnabrück, Hamburg, Bremen, Dortmund, Köln, Bielefeld oder auch in Minden.

Und trotzdem kommen die Menschen sicherlich nicht allein aus dem Grund, weil sie Kid Vincent erleben möchten. Sie kommen, um Party zu machen. Meine Aufgabe als DJ ist, für die passende Stimmung zu sorgen. Den Rahmen für die Nacht zu gestalten und die Leute auf eine Reise mit zu nehmen.

Aber auf deiner Facebook-Seite hast du weit mehr als 3000 Follower. Das spricht doch dafür, dass du als Person deutlich wahrgenommen wirst.

Das mit den Followern ist eine Zahl, die nichts über den Künstler oder eine Kunst aussagt. Leider sind wir in der heutigen Zeit in einem Wertesystem wo Künstler in Likes oder Klicks gewertet werden.

Kommen wir noch einmal auf die Partys zu sprechen. Für Partys gibt es immer unterschiedliche Anlässe. Die Leute sind somit auch immer unterschiedlich drauf. Wie sorgst du für die passende Stimmung?

Durch genaues Beobachten. Und es gibt ein so genanntes Opening zum Warmwerden. Ich spiele kleine Blocks hintereinander und schaue zu, wie sich die Menschen geben. Daraus ziehe ich dann meine Schlüsse.

Das klingt ja geradezu so, als könnte ein DJ eine Party regelrecht steuern.

Das ist auch so. Es gibt einen Fahrplan für das Ziel. Man kann den Abend steuern. Definitiv. Wichtig ist, für die Atmosphäre zu sorgen. Manche Menschen sind eher schüchtern und trauen sich beispielsweise nicht allein auf die Tanzfläche. Da muss ich dann nachhelfen. Ich muss die Leute erreichen und das schaffe ich, indem ich bekannte Sachen, aber auch Neues spiele. Und jede Party lebt natürlich von Überraschungseffekten.

Du sprichst von einem Ziel. Was ist denn dieses Ziel?

Ein positives Erlebnis zu schaffen. Die Leute gehen ja immer seltener vor die Haustür. Somit muss der Abend für die Menschen ein positives Erlebnis sein. Sie sollen spaß haben sich von ihrem alltag frei machen und im hier und jetzt genießen können.

Du kommst viel herum und legst an unterschiedlichsten Orten auf. Was ist dir lieber? Eine größere oder eher eine kleinere Location?

Da bin ich nicht festgelegt und es ist eigentlich egal, wie groß oder klein die Bereiche sind. 200 Gäste können einen ganz speziellen Vibe herstellen und bei 4000 ist dieser besondere Vibe ein anderer. Wenn ich auflege, konzentriere ich mich ganz allein auf meinen Job.

Du hast mal in einem Zeitungsinterview gesagt, dass deine Arbeit als DJ wie Leistungssport sei. Wie meinst du das?

Dass ich professionell bin. Meine Tätigkeit als DJ ist für mich mehr als nur eine Dienstleistung. Wenn ich an den Mischpulten stehe, will ich möglichst perfekt sein. Darauf haben die Leute auch einen Anspruch. Sie kommen, um ihre Freizeit in einer tollen Atmosphäre zu verbringen und viel Spaß zu haben. So wie sie einen Profisportler erleben wollen, der jederzeit beste Leistungen abrufen kann.

Gab es für dich einen auslösenden Moment, DJ zu werden?

Ich komme aus einer musikbegeisterten Familie. Ich bin sozusagen mit der Musik aufgewachsen. Meinen ersten großen Auftritt hatte ich schon 1999. Für eine Stunde durfte ich in der Mindener Musikbox bei der La-Noche-Party auflegen. Die ist legendär. Daran erinnere ich mich noch sehr gut.

Gibt es Menschen, die dich inspirieren oder fördern?

Ja, und das vorwiegend in den Anfängen. Geprägt hat mich beispielsweise DJ Timo Maas, der schon für Madonna und Depeche Mode gearbeitet hat. Aber auch der Mindener Rapper Curse. In meiner Anfangszeit habe ich 2005 einen DJ Contest gewonnen der Veranstalter André Becker und seine Leute förderten mich ich schon als Teenager bei den Sweetfamily-Partys. Somit durfte ich dort auch mal ein paar Songs auflegen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Du bist jetzt ja nicht mehr Anfang 20. Wie lange kann man als DJ auflegen?

Das ist keine Frage des Alters. Auch Musik kennt keine Altersgrenzen. Deshalb stelle ich mir diese Frage auch gar nicht.

Aber ständig unterwegs zu sein, ist doch anstrengend?

Ständig unterwegs zu sein ist mit zwei Seiten zu betrachten. Auf der einen Seite reist man an viele Orte und bekommt neue inspirierende Eindrücke und auf der Anderen Seite ist es körperlich schon anstrengend immer unterwegs zu sein viel warten zu müssen und Leistung auf Knopfdruck zu erzielen. Dies kann man aber durch eine gute Ernährung und Fitness wieder gut machen. Ich bin gespannt in welche Teile oder Länder dieser Welt ich noch reisen darf. Dennoch ist es immer wieder schön die Heimatzu durchfahren, den Kaiser Wilhelm zu sehen und seine Herkunft und Heimat bewusst werden zu lassen und diese zu genießen

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