Ein altes Haus in einen modernen Zustand zu bringen, ist das Ziel vieler Eigenheimbesitzer. Dächer, Fassaden, Bäder lassen sich mit aktueller Technologie so erstellen, dass man am Ende auch kräftig Energie spart. Und eine Schlüsselrolle kommt der Erneuerbaren Energie zu. // Von Jan Henning Rogge

Die Möglichkeiten der Gebäuderenovierung sind heute vielseitiger denn je.

Fit von Kopf bis Fuß – dass wünscht sich so mancher nicht nur für seinen Körper sondern vor allem für sein Haus. Wer in Zeiten steigender Preise ein älteres Haus kaufen will oder bereits sein Eigen nennt, tut gut daran, sich ein Bild vom Zustand der Immobilie zu machen: Denn ohne ein Mindestmaß an Investitionen wird der Traum vom Haus sonst nämlich schnell zum Albtraum. Und wer an den richtigen Stellen investiert, kann vielleicht auf lange Sicht ein paar Euro sparen.

Schweißfüße sind keine schöne Sache: Weder sind die feuchten Treter angenehm, noch kommen sie bei potentiellen Partnern gut an. Ähnlich ist das mit einem feuchten Keller – den kann man meist schon riechen, wenn man ihn betritt. Ausblühungen an den Mauern sind ebenfalls ein untrügliches Zeichen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, schließlich ruht der ganze überirdische Rest auf den Kellermauern. Meist heißt es in solch einem Fall: Von außen graben und beschichten. Der Rat eines Bausachverständigen ist sicherlich eine gute Investition. Kleiner Tipp zum Energiesparen: Eine Kellerdecken-Dämmung kann kräftig Energie einsparen und ist von Heimwerkern leicht selbst einzubauen.

Ebenfalls meist im Keller zu finden ist die Heizungsanlage. Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Energieträger und Heizarten sind vielfältig. Wer eine Ölheizung vorfindet, muss sich darüber im Klaren sein, dass regelmäßig Öl gekauft werden muss – zu durchaus schwankenden Preisen. Umweltfreundlich ist der Brennstoff außerdem ebenfalls nicht. Andererseits sind Ölheizungen vergleichsweise günstig und halten bei vernünftiger Pflege auch mal 30 Jahre.

Wer auf Gas setzt, ist abhängig vom Preis seines Lieferanten, muss sich aber dafür nicht selber um den Nachschub kümmern. Die umweltfreundlichere Alternative Pellets ist noch günstiger als die fossilen Energieträger – dafür sind die Heizanlagen teurer und auch hier muss sich der Hausbesitzer regelmäßig um den Nachschub kümmern. Eine Wärmepumpe macht vor allem dann Sinn, wenn zumindest ein Teil des benötigten Stroms über Solarzellen selbst erzeugt wird, zum Beispiel über Solarzellen. Solarthermie erwirtschaftet in unseren Breiten leider nicht genug Wärme, um eine andere Heizung komplett zu ersetzen.

In den oberen Etagen sollte ein erster Blick den Fenstern und Außentüren gelten. Bei allen Isolierglasfenstern finden sich die wichtigsten Informationen an den Innenseiten: Hier sind Baujahr und Isolierstandard aufgeführt. Zwar lässt sich mit neuen Fenstern oft Energie sparen – nie sollten jedoch nur die Fenster alleine betrachtet werden: Zum einen ist da ja auch noch der Rahmen, zum anderen die Wand, in der das Fenster steckt.

Die Außenwände verdienen ebenfalls eine genauere Betrachtung: Nicht immer sind sie einfach zu isolieren, nicht immer macht jede Maßnahme Sinn. Ein Zweischaliges Mauerwerk zum Beispiel kann mit Dämmstoffen ausgeblasen werden, eine Maßnahme, die fast immer Sinn macht und verhältnismäßig günstig ist. Wer eine Fassade von außen dämmen will, sollte sich klar über Kosten und Nutzen im Klaren sein: Spart die renovierte Fassade tatsächlich so viele Kosten ein, dass sich die Investition lohnt? Und mit welchem Material soll gedämmt werden? Viele Kunststoff-Dämmungen sind nämlich nicht nur leicht brennbar, sie sind auch nur zu hohen Preisen am Ende ihrer Lebensdauer zu entsorgen.

Fußböden sind leider nur selten für die Ewigkeit gemacht. Was manche Menschen jedoch nicht wissen: Viele Böden wie Parkett oder Dielen und sogar Natursteine lassen sich aufarbeiten oder abschleifen. Nach abschließender Oberflächenbehandlung – bei Holz ist das in der Regel Öl oder Lack – sehen sie aus wie neu.

Auch das Renovieren von Wänden ist kein Hexenwerk. Ob Tapeten oder Putz: Oft reicht bereits ein frischer Anstrich um den Räumen einen neuen Look zu geben. Auch der Einsatz von bunter Farbe kann das Aussehen der neuen vier Wände entscheidend verbessern. Übrigens: Auch das Versetzen oder Abreißen von Wänden ist nicht grundsätzlich unmöglich. Bevor der Abrisshammer dröhnt, sollte aber unbedingt ein Architekt oder Bauingenieur sein Okay gegeben haben.

Wer einen Dachboden hat, sollte auch hier unbedingt ans Dämmen denken: wird der Speicher nur als Lagerraum genutzt, reicht es, den Boden zu dämmen. Das ist in der Regel nicht besonders aufwändig, wenn sich der Fußboden leicht anheben lässt. Wird der Raum auch bewohnt, ist eine Dämmschicht zwischen den Dachsparren das Mittel der Wahl: Im Sommer bleibt die Wärme so wenigstens zum großen Teil draußen, im Winter bleibt es warm.

Muss das Dach neu gedeckt werden, ist das besonders einfach – dann muss auch keine Verkleidung an der Innenseite abgenommen werden. Allerdings kann man sich als Hausbesitzer glücklich schätzen, wenn dieser Fall möglichst niemals eintritt – ein neues Dach ist alles andere als günstig.
Ein altes Haus zu renovieren, dass kann und mag nicht jeder. Aber das ist klar: Ein Haus neu bauen, dass kann jeder. Ein altes renovieren nicht.

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