Eine DDR-Familie setzt alles aufs Spiel

In einem „Ballon“ planen zwei Familien die Republikflucht

 Sommer 1979: Die Familien Strelzyk und Wetzel leben in der DDR. Der Alltag in der thüringischen Kleinstadt unter dem kommunistischen Herrschaftssystem ist von ständigem Mangel gekennzeichnet. Nach zwei Jahren gefährlicher Vorbereitung – inklusiver heimlicher Beschaffung von 1.200 Quadratmetern Regenmantelstoff und einigen Probeflügen – wollen die acht den Arbeiter- und Bauernstaat verlassen und wagen einen Fluchtversuch in einem selbstgebauten Heißluftballon. Ihr Ziel ist die BRD, der „goldene Westen“. Doch das Unternehmen geht schief, der Ballon stürzt kurz vor der innerdeutschen Grenze ab. Sofort beginnen die Familien mit der Arbeit an einem neuen Ballon. Die Zeit drängt, denn mittlerweile hat die Staatssicherheit die Ermittlungen aufgenommen. Da sagt das Westradio günstigen Nordwind voraus und die beiden Familien wagen einen zweiten Fluchtversuch über Todesstreifen und Sperrzäune. Doch den Flüchtenden unterläuft ein fataler Fehler ….

Michael „Bully”  Herbig, bisher eher bekannt für derbe Komödien wie „Der Schuh des Manitu“, verfilmte die spektakuläre Flucht der Familien Strelzyk und Wetzel, denen am 16. September 1979 mit einem selbstgebauten Heißluftballon die Flucht aus der DDR gelang. Nach dem Ende der DDR zogen Strelzyk und seine Frau übrigens wieder in ihr altes Reihenhaus in Pößneck, wo sie vor der Flucht gelebt hatten. Der originale Ballon ist noch heute im Heimatmuseum der Kleinstadt Naila zu bestaunen, wo ihre Flucht endete.

Großartig besetzt mit Friedrich Mücke („SMS für Dich“), Karoline Schuch („Ich bin dann mal weg“), David Kross („Simpel“) und Jella Haase („Fack Ju Göhte“) gelingt Bully Herbig ein ebenso unterhaltsamer wie spannender Thriller mit Tiefgang.

 

Drei Schulfreunde setzen sich etwas in den

Til Schweiger, Milan Peschel und Samuel Finzi planen das „Klassentreffen 1.0

Vor mittlerweile 30 Jahren haben Nils, Andreas und Thomas gemeinsam das Abitur bestanden, jetzt werden die Endvierziger zu einem Klassentreffen eingeladen. Die Vorfreude hält sich zunächst in Grenzen, denn alle drei sind voll und ganz mit ihren Problemen beschäftigt: Nils ist mit seinen beiden pubertierenden Kindern überfordert und seine Ehe mit Jette steckt in einer Dauerkrise. Der frisch getrennte Andreas leidet darunter, dass seine Jugendliebe Tanja mit dem gemeinsamen Paartherapeuten durchgebrannt ist und kann jetzt alles andere als eine Reise in die Vergangenheit gebrauchen und Thomas hat die Tochter seines Schwarms Linda an der Backe. Zudem bescheinigen Lesebrille, Bauchansatz und altersbedingter Haarausfall allen, dass sie alt sind. Doch auf dem Klassentreffen findet das Trio trotz großer und kleiner Katastrophen wieder zusammen und erkennt, dass das jetzige Lebensalter genau das richtige ist …

Ideenlosigkeit kann man Til Schweiger bestimmt nicht vorwerfen: „Klassentreffen 1.0“ soll der Auftakt einer Filmtrilogie werden, die im Jahresrhythmus die Geschichte von Nils, Andreas und Thomas weitererzählt. Typische Schweiger-Komödie mit Slapstick, Herz und Wohlfühl-Garantie.

 

Eine Superheldenfamilie setzt Schurken schachmatt

Die Unglaublichen 2“ sind wieder da!

Bei Superheldenfamilie Parr kehrt wieder Ruhe ein, nachdem sie gemeinsam den Superschurken Syndrome besiegt haben: Mama Helen alias Elastigirl kämpft als Politikerin für die Legalisierung von Superhelden, während Ehemann Bob aka Mr. Incredible sich zu Hause um die drei Kinder kümmert. Da taucht erneut ein finsterer Bösewicht auf und bedroht Metroville. Gemeinsam mit ihrem Freund Frozone nehmen die Unglaublichen den Kampf auf …

Der wohl beste Animationsfilm dieses Jahres funktioniert deswegen so gut, weil unter dem Mantel des Superheldenfilms eine hintergründige, witzige und äußerst liebenswerte Familiengeschichte erzählt wird, für die alte Doris Day und Rock Hudson-Romanzen Pate gestanden haben könnten. Auch das ganz normale Alltagsleben der Superheldenfamilie sorgt für Lacher im Sekundentakt und die sich entwickelnden Superkräfte von Baby Jack-Jack zünden absurde Gags am laufenden Band. Die fulminanten Actionszenen und ein geradezu bombastisches Finale runden dieses perfekte Kinovergnügen ab.

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