Furcht vor den Schwiegereltern

In „Get Out“ entpuppen sich die Schwiegereltern als rassistische Teufel

Originell, intelligent und packend sind wohl die allerwenigsten Horrorfilme und noch weniger dürfen sich als witzig, hintergründig oder gar sozialkritisch bezeichnen. Der vor allem als TV-Komiker bekannte Jordan Peele, der für „Get Out“ das Drehbuch schrieb und die Regie führte, packte alle diese Eigenschaften in eine extrem spannende Geschichte und schuf damit einen der besten Schocker der letzten Jahre.

Mittlerweile fünf Monaten sind der afroamerikanische Chris und seine weiße Freundin Rose zusammen, als Rose ihn ihren Eltern endlich vorstellen möchte. Chris ist dabei ein wenig mulmig zumute, denn er ist unsicher, wie Roses wohlhabende Eltern auf den schwarzen Freund ihrer Tochter reagieren werden. Doch Chris’ Bedenken scheinen unnötig: Roses Eltern bereiten den beiden einen herzlichen Empfang und scheinen sich an Chris Hautfarbe nicht im Geringsten zu stören. Doch irgendetwas stimmt nicht: Die farbigen Hausangestellte von Roses Eltern verhalten sich seltsam und einer von ihnen rät Chris unauffällig aber eindringlich, sofort abzuhauen. Überdies sind in der rein weißen Nachbarschaft auffällig viele Schwarze verschwunden …

Der preiswert produzierte Thriller begeisterte mit seinen überraschenden Wendungen und der bis zum Schluss angezogenen Spannungsschraube in den USA sowohl ein Millionenpublikum als auch die Filmkritiker. Subtile Kritik am allgegenwärtigen Rassismus mischt sich mit einer Prise Mystery-Grusel und einigen ausgesprochen witzigen Szenen zu einem äußerst vergnüglichen Kinoabend, über den man noch lange nachdenken und diskutieren kann.

Tom Twelsiek

 

Verliebt in den Nachbarn

In „Du neben mir“ entpuppt sich eine schwere Krankheit als Chance

Die 18-jährige Maddy führt eingesperrt in ihrer Wohnung ein komplett von der Außenwelt abgeschirmtes Leben, da sie wegen eines seltenen Immundefektes allergisch auf beinahe alles reagiert. Nur mit ihrer Mutter und mit einer Pflegerin hat das Mädchen Umgang. Umso mehr sehnt sich Maddy danach, mit ihrer Umwelt in Kontakt zu treten. Ihr trister Alltag hellt sich auf, als Olly in das Nachbarhaus einzieht, der sich von Maddys unfreiwilliger Isolierung nicht abschrecken lässt. Obwohl die beiden sich nur durchs Fenster anschauen und per Textnachrichten kommunizieren, verlieben sie sich. Doch gibt es für das ungleiche Paar eine Chance?

Maddys Krankheit gibt es übrigens wirklich: SCID (Severe Combined Immunodeficiency) ist eine angeborene Störung des Immunsystems, bei der die für die körpereigene Abwehr zuständigen Antikörper ihre Arbeit nicht wie vorgesehen leisten. Betroffene Menschen müssen in einer komplett geschützten, sterilen Umgebung aufwachsen.

Romantisch-dramatische Jugendbuchverfilmung mit herausragenden Nachwuchsdarstellern.

Tom Twelsiek

 

Rache für den Vater

 In „King Arthur – Legend of the Sword“ entpuppt sich ein Taugenichts als Anwärter auf den Thron

  1. Jahrhundert, England. Der in der Londoner Gosse bei drei Prostituierten aufgewachsene Arthur macht mit seiner Bande von Straßenrüpeln die britische Hauptstadt unsicher, bis er eines Tages das magische Schwert Excalibur aus einem Stein zieht und ihm bewusst wird, dass in seinen Adern blaues Blut fließt. Arthur schließt sich der Rebellion gegen den Tyrannen Vortiger an und hat schon bald ein ganz persönliches Motiv, um den Unterdrücker zu bekämpfen: Er findet heraus, dass Vortiger den rechtmäßigen König ermordete, der sein eigener Bruder und Arthurs Vater war. Wieder auf dem Thron wartet eine Reihe weiterer Gegner auf King Arthur, darunter Riesenschlangen und monströse Kriegselefanten.

 Regisseur Guy Ritchie reicherte die schon oft verfilmte Sage um eine Prise Fantasy und eine besondere Optik an. Die Sagengestalt des König Artus, deren tatsächliche Existenz überwiegend bezweifelt wird, war ebenso wie der Zauberer Merlin, der Hof von Camelot, die Ritter der Tafelrunde und der heiligen Gral zwischen 1953 und 2010 ganze19 mal auf der Kinoleinwand zu sehen.

Tom Twelsiek

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