Ein Waisenjunge macht eine Reise
„Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ gehen auf große Fahrt

Auf der Insel Lummerland wohnen nur vier Menschen: König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte (Uwe Ochsenknecht), Lokomotivführer Lukas (Henning Baum), Ladenbesitzerin Frau Waas (Annette Frier) und Untertan Herr Ärmel (Christoph Maria Herbst). Als der Postbote eines Tages ein falsch adressiertes Paket abliefert, wird der kleine Jim Knopf zum fünften Bewohner des Eilands. Jahre später ist Jim zu einem pfiffigen Jungen herangewachsen, der zusammen mit Lukas und der Lokomotive Emma in ein Abenteuer aufbricht, das ihn zu Piraten, einer schwimmenden Insel, zum Drachen Nepomuk und zum Kaiser von Mandala führt …
Es ist schwer, sich der Faszination dieser Realverfilmung von Michael Endes Buch zu entziehen: Erwachsene werden sich in ihre Kindheit zurückversetzt fühlen, Kinder werden einen witzigen und spannenden Film erleben und alle bekommen ein perfekt gemachtes Fantasy-Abenteuer zu sehen, wie es aus deutscher Produktion nur selten gab. Bis ins kleinste Detail liebevoll ausgestattet, mit Spezialeffekten auf Weltklasseniveau und einer charmanten Atmosphäre, die den Geist der Bücher von Michael Ende perfekt widergibt, ist „Jim Knopf“ der ideale Osterfilm.

Tom Twelsiek

 

Ein Teenie macht die Welt unsicher
Jella Haase geht mit einem „Vielmachglas“ auf Reise

Die 20jährigen Marleen (Jella Haase) hält es zu Hause kaum noch aus: Ihre Eltern Doris (Juliane Köhler) und Peter (Uwe Ochsenknecht) sehen es nämlich gar nicht gerne, dass sie noch immer nicht auf eigenen Beinen steht und lieber jobbt statt zu studieren – ganz im Gegensatz zu ihrem erfolgreichen Bruder Erik (Matthias Schweighöfer) der rund um den Globus als Entwicklungshelfer Gutes tut, als Bergsteiger Rekorde bricht und als Buchautor Berühmtheit erlangt. Um Marleens Antriebslosigkeit zu verscheuchen, schenkt Erik ihr ein Einmachglas, in dem sie all ihre zukünftigen Abenteuer festhalten soll – ein sogenanntes Vielmachglas. Als ein tragisches Unglück geschieht, rafft Marleen sich endgültig auf, packt Marleen das Glas und haut ab, um endlich zu sich selbst zu finden. Unterwegs stolpert sie zusammen mit dem Fotografen Ben und der durchgeknallten YouTuberin Zoë von einem Abenteuer ins nächste und bemerkt, dass es im Leben kein Ziel braucht, um glücklich zu sein…
Jella Haase, vor allem bekannt als Chantal aus dem Kassenschlager „Fack Ju Göhte“, spielt in diesem tragikomischen Roadmovie ihre erste Hauptrolle – und das mit Bravour. Mitreißender Wohlfühlfilm.

Tom Twelsiek

 

Ein Chirurg macht kurzen Prozess
Bruce Willis sorgt in „Death Wish“ für Gerechtigkeit

Dr. Paul Kersey erlebt als Mitarbeiter in der Notaufnahme eines Großstadt-Krankenhauses jeden Tag die schlimmen Folgen der zunehmenden Gewalt auf den Straßen. Wie die meisten seiner Mitmenschen hat der Familienvater jedoch bereits vor dem Terror der Gangs resigniert. Doch als auch seine Frau und seine Tochter Opfer eines brutalen Raubüberfalls werden und die überforderte Polizei bei ihren lustlosen Ermittlungen keine Fortschritte macht, nimmt Paul das Gesetz selbst in die Hand. Nacht für Nacht streift Kershey durch die Straßenschluchten und macht kurzen Prozess – zunächst mit den Mördern seiner Familie, dann auch mit anderen Gesetzesbrechern. Schnell verbreiten sich im Internet Videos von seinen Taten und die Medien feiern den Racheengel als Helden. Das aber sieht die Polizei gar nicht gern und setzt einen Detective darauf an, Kershey zu stoppen …
Skandalregisseur Eli Roth („Hostel“) inszenierte die Neuverfilmung des Kult-Selbstjustiz-Thrillers „Ein Mann sieht rot“ als harten Action-Reißer. Und ebenso wie der Film, der Charles Bronson 1974 zu Weltruhm verhalf, dürfte auch dieser Streifen polarisieren

Tom Twelsiek

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