Eine Publizistin legt die Regierung aufs Kreuz

„Die Verlegerin“ Meryl Streep ringt mit ihrem Gewissen

 Es ist wieder Oscar-Zeit – und wenn am 4. März 2018 im Dolby Theatre in Los Angeles zum 90. Mal die wohl bekanntesten Filmpreise der Welt verliehen werden, dürfte dieses packende Historiendrama über die Veröffentlichung der skandalösen „Pentagon-Papiere“ mit von der Partie sein. Obwohl die Geschichte vor einem halben Jahrhundert spielt, ist sie in Zeiten von „Fake News“ aktuell selten zuvor:

In den 1970er Jahren übernimmt Katharine Graham – dargestellt von Oscar-Preisträgerin Meryl Streep („Kramer gegen Kramer“) – die Zeitung „Washington Post“ und wird somit zur ersten Verlegerin der USA. 1971 veröffentlicht das Konkurrenzblatt New York Times Auszüge aus den Pentagon Papers, einem mehrere tausend Seiten umfassenden Geheimdokument des US-Verteidigungsministeriums, das beweist, dass die Regierung die Öffentlichkeit über Jahre hinweg in Bezug auf den Vietnamkrieg getäuscht und angelogen hat. Vollblutjournalist Ben Bradlee – dargestellt von Oscar-Gewinner Tom Hanks („Forrest Gump“) – der Chefredakteur der Washington Post, will der Konkurrenz das Feld nicht allein überlassen. Auch als ein Richter der New York Times die weitere Publikation der Unterlagen untersagt, will er weitere Teile der Pentagon Paper, die ihm von einem Insider zugespielt wurden,  veröffentlichen. Doch Herausgeberin Katharine wird von ihren Anwälten geraten, angesichts der drohenden rechtlichen Konsequenzen, ihr Veto gegen die Veröffentlichung einzulegen. Selbst eine drohende Verhaftung hält den furchtlosen Redakteur Ben nicht von seinem Vorhaben ab. Katherine jedoch bangt um die Existenz ihrer Zeitung und die Zukunft ihrer Angestellten. Zudem fühlt sie sich ihrem Staat und der öffentlichen Ordnung verpflichtet …

Regisseur Steven Spielberg, mit dem Oscar ausgezeichnet für seine Filme „Schindlers Liste“ und „Der Soldat James Ryan“, schuf ein packendes Zeitdokument, das über weite Strecken in der Form eines extrem spannenden Thrillers daherkommt. Rundum gelungene, anspruchsvolle Unterhaltung!

Tom Twelsiek

 

Eine Nachwuchs-Magierin legt sich mit dem Hexen-Establishment an

Karoline Herfurth will als „Die kleine Hexe“ unbedingt in der Walpurgisnacht tanzen

Da die kleine Hexe erst 127 Jahre alt ist, ist sie aber noch viel zu jung für das Fest auf dem Blocksberg. Zusammen mit ihrem Raben Abraxas schleicht sie sich dennoch heimlich auf die Party und wird prompt erwischt. Zu Strafe verbrennt man ihren Hexenbesen. Um im nächsten Jahr die Walpurgisnacht mitfeiern zu dürfen, soll sie alle Zaubersprüche aus dem großen magischen Buch auswendig lernen und zudem eine gute Hexe werden. Doch wie wird man eine gute Hexe? Indem man Gutes tut oder indem man gut darin ist, Böses zu tun?

Die Verfilmung des Klassikers von Otfried Preußler kommt zum 60sten Jahrestag des Erscheinens des Kinderbuches in die Kinos. Doch nicht zum ersten Mal: Bereits 1969 gab es einen Marionettenfilm. Karoline Herfurth verzaubert mit großer Spielfreude die wohl vorwiegend jüngeren Zuschauer in diesem poetischen und stimmungsvollen Märchenfilm. Spezialeffekte werden sparsam eingesetzt und treten hinter der liebevollen Ausstattung wohltuend zurück, sodass sich die Magie des Films ungestört ausbreiten kann.

Liebevolles Entertainment für kleine Kinogänger.

 Tom Twelsiek

 

Ein Milliardär legt wieder junge Damen flach

In „Fifty Shades of Grey – Befreite Lust“ heiraten Christian und Ana

Es ist wieder Valentinstag und wie im Vorjahr kommt ein neuer Teil der erfolgreichen Erotikfilmreihe ins Kino: Nachdem die ungewöhnliche und turbulente Beziehung zwischen dem dominanten Großunternehmer Christian Grey und der schüchternen Studentin Anastasia Steele (Dakota Johnson) am Ende des zweiten Teils darin gipfelte, dass Ana Christians Heiratsantrag annahm, warten nach der Hochzeit und den romantischen Flitterwochen an den heißesten Stränden Europas weitere Herausforderungen auf das ungleiche Paar: Ana wird ungeplant schwanger und Christian wird gleichzeitig von seiner Ex-Geliebten Elena (Kim Basinger) ein weiteres Mal angebaggert. Zudem entführt Anastasias ehemaliger Vorgesetzter Jack Christians Schwester Mia und erpresst Ana, um sich am ihr wegen erlittener Schmach zu rächen. Im Alleingang besorgt diese das Lösegeld, wird jedoch bei der Geldübergabe verwundet. Wird sich Cristian am Krankenbett für seine Frau und die ihm bevorstehende Vaterrolle entscheiden? Die knapp 6 Millionen Leser, die die Romanvorlage der britischen Autorin E-L. James allein in Deutschland gekauft haben, wissen schon jetzt, wie die Sache ausgeht …

Poppige, aufwändig produzierte Hochglanz-Erotik.

Tom Twelsiek

 

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