Taktloser Taugenichts

Elyas M’Barek verflucht „Dieses bescherte Herz“

Wenn es derzeit einen deutschen Kino-Superstar gibt, dann wohl Elyas M’Barek. Der 35jährige Münchner („Fack ju Göhte“, „Willkommen bei den Hartmanns“) spielte in den letzten sechs Jahren fünfmal die Hauptrolle in dem jeweils erfolgreichsten deutschen Kinofilm. Und auch sein nächster Leinwandauftritt hat das Zeug zu einem ganz großen Hit:

M’Barek spielt Lenny, den 30jährigen Sohn eines bekannten Herzspezialisten, für den das ganze Leben eine einzige Party ist. Er wohnt in der Villa seines Vaters, verschwendet dessen Geld und hält sich selbst für einen Lebenskünstler. Als er während einer nächtlichen Sause ein Auto im heimischen Pool versenkt, dreht ihm sein enttäuschter Vater den Geldhahn zu. Um sein altes Leben zurück zu bekommen, soll sich Lenny um den 15jährigen David kümmern, einen Patienten seines Vaters. David ist seit seiner Geburt schwer herzkrank, und ob er seinen 16. Geburtstag noch feiern wird, ist ungewiss. Widerwillig steigt Lenny auf den Deal ein, bemerkt jedoch schon bald, dass es für ihn leicht ist, mit David all die Dinge zu tun, die dieser unbedingt noch erleben möchte: Coole Klamotten kaufen, ein Auto klauen oder sonstwie auf den Putz hauen. Als Lenny jedoch realisiert, das Davids Leben keine Spaßveranstaltung ist und an einem seidenen Faden hängt, erkennt er seine Verantwortung und schreckt vor dieser zurück. Lenny möchte wie immer den einfachen Weg gehen und aus der Vereinbarung mit seinem Vater aussteigen. Doch so einfach geht das nicht mehr, denn Lenny hängt inzwischen stärker an dem todgeweihten Teenager, als ihm lieb ist …

Regisseur Marc Rothemund,  dessen Film „Sophie Scholl“ 2006 für den Oscar nominiert wurde und dessen letzter Streifen „Mein Blind Date mit dem Leben“ in diesem Jahr ein großer Kinoerfolg war, gelingt auch mit dieser perfekt in die Jahreszeit passenden Tragikomödie eine unterhaltsame Balance zwischen leichtem Entertainment und dramatischem Anspruch.

Tom Twelsiek

 

Tollpatschiges Trampeltier

Stier „Ferdinand“ will nicht in die Arena

Der sanftmütige Jungbulle Ferdinand mag es gemütlich: Satt in der Arena gegen Matadoren anzutreten, verbringt er seine Zeit viel lieber unter einem schattigen Baum auf der blumenübersäten Weide eines spanischen Bauernhofes. Mit seinen Freunden, der aufgekratzten Ziege Elvira, dem Menschenmädchen Nina und deren Hund Paco verbringt er dort viel Zeit. Als der stets freundliche Ferdinand von einer Biene gestochen wird und daraufhin wie irre über die Wiese rast, hält man ihn für einen gefährlichen wilden Stier und verfrachtet ihn nach Madrid, um ihn dort beim Stierkampf zu entsorgen. Doch so schnell geben Ferdinand und seine Freunde nicht auf …

Nach dem beliebten Kinderbuch „Ferdinand der Stier“ von Munro Leaf und Robert Lawson entstand ein herzerwärmender, technisch hochwertiger und witziger Animationsfilm. Regisseur Carlos Saldanha inszenierte zuletzt das bunte Papageien-Abenteuer „Rio“ und ähnlich kurzweilig und frech fällt auch sein neues Werk aus.

Wer es zur Weihnachtszeit etwas traditioneller mag, hat im Kino eine gleichwertige Alternative: Das Trickfilmabenteuer „Bo und der Weihnachtsstern“ erzählt die Geburt Jesu aus der Sicht eines kleinen Esels, der im Schlepptau der heiligen drei Könige nach Betlehem gelangt.

 Tom Twelsiek

 

Taffe Teenies

Vier Gamer werden in das Computerspiel „Jumanji“ gesaugt

 Als sie beim Nachsitzen eine alte Spielkonsole zusammen mit einem ihnen bislang unbekannten Videospiel entdecken, werden vier Jugendliche in die Dschungelwelt des Telespiels hineingezogen. Sie finden sich nicht nur im Spiel, sondern auch in den Körpern der vier Hautspielfiguren wieder – Auftritt für Dwayne Johnson, Jack Black, Kevin Hart und Karen Gillan. Der bescheidene Spencer wird zum Muskelprotz (Johnson), Football-Spieler Anthony zu einem ängstlichen Einstein (Hart), Schönheit Bethany zu einem Bücherwurm (Black) und die unsportliche Martha zur kämpferischen Amazone (Gillan). Gemeinsam müssen sie die Prüfungen von Jumanji bestehen, um das Spiel zu gewinnen und wieder in die Realität zurückzukehren …

Ein Videospiel namens „Jumanji“ hat es im Jahr 2006 übrigens wirklich gegeben. Es wurde damals für die Playstation 2 entwickelt und basierte auf dem 21 Jahre alten gleichnamigen Fantasyfilm mit Robin Williams.

Der fröhliche Abenteuer-Spaß nimmt sich selbst nie ernst und ist ein ebenso kurzweiliger wie witziger Action-Klamauk mit ordentlichen Spezialeffekten und einer Besetzung, der man den Spaß am Film in jeder Einstellung ansieht.

Tom Twelsiek

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