Knallharter Kriegsfilm

Planet der Affen: Survival“ ist ein tiefgründiger Antikriegsstreifen mit bahnbrechenden Spezialeffekten

Nun kommt der dritte und abschließende Teil um den Affen Cäsar, der als Baby von einem Wissenschaftler aus dem Gen-Versuchslabor entführt wurde, in die Kinos. Nachdem das Alzheimer-Medikament Cäsar und anderen Affen eine hohe Intelligenz verliehen, die meisten Menschen jedoch durch eine „Affengrippe“ dahingerafft hat, haben die Affen eine eigene Zivilisation auf der Erde aufgebaut. Die wenigen verbliebenen Menschen, die gegen das Virus immun sind, liefern sich immer wieder kleinere Scharmützel mit den intelligenten Affen, die sich in den Wäldern versteckt haben.

Affen-Anführer Caesar geht es längst nicht mehr darum, die Menschensiedlungen zu zerstören, vielmehr sucht er einen Weg, wie sein Volk mit den Menschen in Frieden leben kann. Doch eine rückwärtsgerichtete Gruppe unter Führung des „Colonel“ (Woody Harrelson) will die Affen weiterhin jagen und ausrotten. Als ihnen ein Verräter das geheime Versteck der Affen verrät und ein Spezialkommando des „Colonel“ daraufhin einen heimtückischen Anschlag ausführt, vergeht auch Cäsar die Lust auf Frieden …

In den USA, wo der Film bereits Anfang Juli in die Kinos kam, überschlugen sich die Kritiker: Andy Serkis, der im Motion-Capturing-Verfahren den Affen Cäsar darstellt, wurde mehrfach für den Oscar vorgeschlagen. Bislang ist dies nicht möglich, da seine Schauspielkunst nicht unmittelbar, sondern nur verfremdet auf der Leinwand zu sehen ist, denn bei Motion Capturing bildet ein echter Schauspieler nur die Grundlage für eine später computeranimierte Figur.

Noch nie hat man im Kino die Mimik von künstlichen Figuren derart präzise bestaunen können und nur selten hat ein Hollywood-Blockbuster den Krieg dermaßen konsequent als sinnlos gebrandmarkt. Woody Harrelson brilliert als verbohrter Wahnsinniger, der sein Ziel längst aus den Augen verloren hat. Dennoch ist „Planet der Affen: Survival nicht bedrückend, sondern dank der spannenden Geschichte, der mit Tiefe ausgestatteten Figuren und der mehr aus aufwändigen Ausstattung eine sehenswerte Großproduktion.

Tom Twelsiek

 

Krachender Klamauk

Bullyparade – Der Film“ vereint die beliebtesten Figuren der Sketch-TV-Sendung

Der bayerische Komiker Michael Bully Herbig, dessen Filme „Der Schuh des Manitu“ (2001) und „Traumschiff Surprise“ (2004) zu den größten deutschen Kinoerfolgen zählen, hatte in letzter Zeit nicht mehr so viel Glück mit der Wahl seiner Stoffe: „Hotel Lux“ (2011), „Zettl“ (2012) und „Buddy“ (2013) waren keine Kassenschlager. Erst im letzten Jahr gelang ihm mit „Vier gegen die Bank“ wieder ein solider Hit. Jetzt plant das quirlige Allroundtalent zum 20-jährigen Jubiläum seiner Fernsehshow „Bullyparade“ ein fulminantes Comeback: Und der aus verschiedenen Episoden rund um die bekanntesten Charaktere der TV-Sendung bestehende Kinofilm hat durchaus das Zeug dazu: So will beispielsweise Ranger (Christian Tramitz) seinen Blutsbruder Indianer-Häuptling Abahachi (Herbig) vor der Ehe bewahren. Das österreichische Kaiseraar Franz (Tramitz) und Sissi (Herbig) erleben unheimliche Abenteuer in einem Spukschloss, Captain Kork (Tramitz), Mr. Spuck (Herbig) und Schrotty (Rick Kavanian) stranden auf dem Planet der Frauen, die sächsischen Brüder Kasirske (Tramitz und Kavanian)  reisen zurück in die Ostzone und Lutz (Herbig) und Löffler (Kavanian) verstricken sich an der Wall Street.

Witzige Gagparade, bei der sich Michael Bully Herbig auf seine Stärken besinnt.

Tom Twelsiek

 

Knuffige Komödie

Emoji – Der Film“ zeigt endlich, was in unseren Handys wirklich abgeht

Die Emojis leben tief in der Elektronik unserer Smartphones, wo sie darauf warten, dass sie von einem Telefonnutzer für seine Nachrichten aufgerufen werden. So auch Emoji Gene , der allerdings ohne Filter geboren wurde und nun mit dem Makel leben muss, nicht ein spezielles, sondern mehrere Gesichter zu haben. Gemeinsam mit dem Codeknacker-Emoji Jailbreak begibt sich Gene auf die Suche nach dem Code, der ihn wieder zu einem ganz normalen Emoji machen kann. Auf der Reise durch die verschiedenen Handy-Apps erleben die beiden allerlei turbulente Abenteuer …

Das erste Emoticon (wie die Emojis richtig heißen) wurde schon 1982 von dem Informatik-Professor Scott Fahlman versendet und sah noch recht einfach aus; 🙂 Heute sind mehr als 1.600 Symbole in Gebrauch, die vom Unicode-Konsortium in Kalifornien freigegeben wurden. Interessant ist auch der unterschiedliche Gebrauch der kleinen Bildchen in unterschiedlichen Kulturkreisen: Laut einer Studie der Tastatur-App SwiftKey werden von Arabern Pflanzen und Blumen viermal so häufig verwendet wie im Rest der Welt, während Australier besonders häufig alkoholische Symbole benutzen und Franzosen gern Herzen versenden. Die Deutschen verwenden häufig die Maus. Warum das so ist, konnte allerdings nicht geklärt werden.

Tom Twelsiek

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