Lars Rohlfing gehört zur Geschäftsführung der Kotelett-Schmiede, die für die Gastronomie am Kaiser-Wilhelm-Denkmal zuständig ist. Nach dem Kiosk „Willem“ im vergangenen Dezember geht am 8. Juli auch das Panoramarestaurant „Wilhelm 1896“ an den Start. Redaktionsleiter Carsten Korfesmeyer hat mit dem 34-Jährigen gesprochen. Über den Kaiser, Speisen und Getränke sowie auch darüber, warum sich die Küche von den typischen Kotelett-Schmiede-Speisen abhebt.

Lars Rohlfing spricht über das neue Panoramarestaurant „Wilhelm 1896“ und über die Wiedereröffnung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals.

news: Herr Rohlfing, am 8. Juli geht es los. Aufgeregt?

Lars Rohlfing: Die Anspannung steigt, aber wir alle haben ein gutes Gefühl. Was die Vorbereitungen betrifft, haben wir alles richtig gemacht. Jetzt wird es Zeit, dass wir auch aktiv werden, denn bei den Bauarbeiten standen wir eher in der Rolle der Beobachter. Aber es läuft. Zurzeit läuft die Übergabe des Restaurants. Wir freuen uns, dass das Panoramarestaurant bald öffnet.

news: Ich habe neulich mal gehört, es gibt Buchungen bis 2022.

Lars Rohlfing: Das stimmt tatsächlich, aber das bedeutet ja nicht, dass wir bis dahin komplett ausgebucht sind. Es zeigt uns aber auch, wie sehr sich die Menschen auf das Lokal am Kaiser-Wilhelm-Denkmal freuen. Das motiviert natürlich zusätzlich. Und natürlich bekommt man bei uns noch Tische. Es ist schon ratsam vorzubestellen – vor allem in der Anfangszeit.

news: Wie oft werden Sie eigentlich auf das Restaurant angesprochen?

Lars Rohlfing: Von nahezu jedem, der mit mir spricht. Und das seit zwei Jahren.

news: Nervt das nicht?

Lars Rohlfing: Nein, denn das zeigt mir, wie groß das Interesse der Menschen an dem ganzen Projekt ist. Ich denke, die Gastronomie hat dort oben schon sehr gefehlt. Ich werde in dem Zusammenhang übrigens auch immer gefragt, was es in der Küche gibt. Und ja: Es werden andere Gerichte sein als in den Filialen unserer Kotelett-Schmiede. „Wilhelm 1896“ ist eigenständig.

news: Was gibt es denn beispielsweise?

Lars Rohlfing: Es gibt eine Tageskarte mit Gerichten aus der gut bürgerlichen Küche. Von der Currywurst bis zum Filetsteak reicht das Angebot. Es gibt Fisch, Pasta oder auch die beliebte Brotzeitplatte „Jauzenbrett“. Die Abendkarte wird noch ein wenig gehobener und wir orientieren uns auch an dem Menü, das es 1896 zur Eröffnung des Denkmals im Kaiserhof gab. Donnerstags stehen Menüs mit drei oder vier Gängen auf der Karte. Und natürlich haben wir auch saisonale Gerichte. Wir starten übrigens mit Pfifferlingen.

news: Und wie sind die Öffnungszeiten?

Lars Rohlfing: Geöffnet ist an jedem Tag. Montags bis freitags von 11.30 Uhr bis open End. Samstags, sonntags und feiertags bieten wir Frühstücksbuffets. Dann geht es bereits um 9 Uhr los.

news: Wie viele Arbeitsplätze sind denn entstanden?

Lars Rohlfing: Insgesamt 20. Und wir setzen ausschließlich auf Fachpersonal. Wir haben unter anderem sechs Köche neu eingestellt, die über reichlich Erfahrung in der gehobenen Gastronomie verfügen. Das „Wilhelm 1896“ hat auch in unserem Unternehmen ein Alleinstellungsmerkmal.

news: Wie sind Sie denn auf den Namen „Wilhelm 1896“ gekommen?

Lars Rohlfing: Durch Brainstorming. Wir saßen mit der Familie und ein paar Leuten zusammen und haben alle laut nachgedacht. Irgendwann kam mein Vater auf diesen Namen und den fanden dann alle gut. Da haben wir ihn genommen.

news: Sie sind Mindener und kennen das Kaiser-Wilhelm-Denkmal sei Ihrer Kindheit. Waren Sie früher oft hier oben?

Lars Rohlfing: Ja, öfter.

news: Und hätten Sie mal gedacht, dass Sie mit dem Kaiser einmal so viel verbindet?

Lars Rohlfing: (lacht) Nein, ganz sicher nicht. Das kann man ja uch nicht ahnen.

news: Aber hat sich Ihre Sicht auf das Kaiser-Wilhelm-Denkmal verändert? Immerhin beschäftigen Sie sich seit zwei Jahren täglich damit.

Lars Rohlfing: Früher bedeutete das Denkmal für mich immer ein Stück Heimat. Wenn ich zum Beispiel mal unterwegs war und es von der Autobahn zum ersten Mal sah, dachte ich immer „Jetzt bist du Zuhause“. Wenn man wie ich jetzt täglich mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal beschäftigt ist, steigt man natürlich tiefer in die Thematik ein.

news: Und zu welcher Erkenntnis sind Sie gekommen?

Lars Rohlfing: Das Denkmal hat weniger mit Kaiser Wilhelm I. zu tun. Es ist für mich in erster Linie ein Ausflugsziel sowie ein Wahrzeichen der Region. Und ich halte es für richtig und ganz wichtig, dass sich die Gäste in einem Besucherzentrum über die Geschichte dieses Monuments informieren können. Ich denke, das wird bei den Besuchern auch sehr gut ankommen.

news: Wird sich der Tourismus in Porta Westfalica verändern?

Lars Rohlfing: Die Bedeutung des Denkmals aus touristischer Sicht hat natürlich durch die Investitionen in die Ringterrasse enorm zugelegt. Es werden sicherlich mehr Menschen kommen und davon wird sicher auch der Tourismus profitieren. Die Region wird profitieren.

news: Mehr Menschen bedeuten mehr Autos. Lassen Sie uns noch über die Parkplätze sprechen.

Lars Rohlfing: Das ist ein Thema, das mich wirklich nervt.

news: Warum?

Lars Rohlfing: Weil es zu wenig sind. Das war von Anfang an klar und es zeigt sich schon vor der Eröffnung. An normalen Tagen reichen die 176 Parkplätze hier oben prinzipiell aus. An anderen aber nicht. Hier wird es zu einer Überlastung kommen und ich hoffe, dass das mit dem Shuttle gelöst werden kann, das die Stadt Porta und die MKB betreiben werden. Die Leute, die zu uns wollen, sollen nicht erst lange auf Parkplatzssuche gehen. Das macht nur schlechten Eindruck.

news: Umstritten sind auch die Parkautomaten, die Tarife und die Tatsache, dass die Automaten keine Scheine nehmen. Wie oft kommen denn die Leute in ihren Kiosk, um Geld zu wechseln?

Lars Rohlfing: Gefühlt passiert das alle drei Minuten. Aber wir haben Kleingeld.

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