Gärten sind Orte, an denen man auftanken und die Seele baumeln lassen kann. In unserer schnelllebigen Gesellschaft gewinnen sie immer mehr Bedeutung, wenn es um Genuss und Erholung geht. Das wirkt sich auch auf ihre Gestaltung aus.

In Zeiten wachsender Alltagshektik kommt den heimischen Gärten eine wachsende Bedeutung zu. Bei der Gestaltung ist der eigene Geschmack entscheidend, damit der Erholungseffekt greift.

Allzu lange Zeit liegt es nicht zurück, dass in den Gärten der Otto Normals die Kartoffeln, Bohnen, Erdbeeren, Erbsen, Salatköpfe oder Karotten wuchsen. Der Boden vor oder hinter dem Haus diente der eigenen Versorgung – und die Bewohner waren Kleinstbauern. Noch in den 1980er Jahren gingen mehr als die Hälfte der Deutschen dieser Mini-Landwirtschaft nach. Inzwischen hat sich das gewandelt. Wer heute etwas in seinem Garten anbaut, macht das als reines Hobby.

Das hat das Bild der Gärten in Deutschland gewaltig verändert. Sie werden inzwischen genutzt, um es sich gemütlich zu machen. Blumen, Bäume, Hecken stehen für die Schönheiten in der Natur. Exotische Pflanzen stehen ebenfalls hoch im Kurs und wer sich eine Terrasse baut, überdacht diese oder schafft sich einen Wintergarten an. „Gärten sind Wohlfühloasen geworden“, sagt ein Landschaftsgärtner. Ideen für die Gestaltung gibt es unzählige – und es kommt dabei nicht einmal auf die Größe an. Schon auf wenigen Quadratmetern lassen sich die  Oasen der Ruhe schaffen, in denen die Alltagshektik vergessen wird.

Die Gestaltung ist selbstverständlich eine Geschmackssache. Tipps oder Anregungen gibt es jede Menge – und wer Landschaftsgärtner, Gartengestalter, Fachhändler oder auch Baumärkte besucht, bekommt schnell ein Bild davon, was alles machbar ist. Terrassen oder Balkone können beispielsweise gepflastert werden, wobei die großen Steine nach wie vor ganz hoch im Kurs stehen. Holzböden sind ebenfalls sehr gefragt, die durch moderne Stecksysteme inzwischen sehr einfach zu verlegen sind. Für Wände gibt es jede Menge Deko-Ideen, helle Farben dominieren weiterhin die Branche und der Gartenzwerg steht immer noch in der Gunst der Menschen – hat aber viel Konkurrenz.

Gärten sind individuell. Egal wie sie gestaltet werden, spiegeln sie die Geschmäcker ihrer Besitzer wider. Wer es pflegeleicht mag, wählt beispielsweise große Rasenflächen und setzt allenfalls an den Rändern auf Beetbepflanzung. Rindenmulch ist sehr beliebt, wenn es darum geht, das Unkraut in den Griff zu bekommen – und gegen lästigen  Grünbelag gibt es wirksame Mittel, die schnell Abhilfe schaffen.

Bei der Gartengestaltung sollten sich die Besitzer unbedingt darüber im Klaren sein, wie hoch der zeitliche Aufwand für die Pflege sein darf. Wer beruflich viel unterwegs ist, sollte es sich einfach machen. „Denn sonst hat einen der Garten voll im Griff“, sagt ein Experte. Dann könne es passieren, dass die Unterhaltung zur lästigen Pflicht wird und die Stimmung kippt. Mit dem Erholungswert sei es dann in aller Regel vorbei. Der Garten bekäme dann nur ein Negativimage.

Betriebe der Branche verfügen über entsprechende Erfahrungswerte – und Gespräche sollten gesucht werden. Lösungen finden sich nahezu immer. Selbst wer wenig Zeit zur Verfügung hat und trotzdem einen pflegeaufwändigen Garten haben möchte, kann das haben. Betriebe bieten die üblichen Pflegearbeiten an – meist für Pauschalpreise, die gar nicht so hoch liegen, wie die Otto Normals der Welt oft glauben.

Ob verwinkelt, offen oder von hohen Hecken umgeben: Gärten sind Orte der Muße und Erholung. Modern ist es, sich kleine Sitzecken zu schaffen – vielleicht eine kleine Bank neben einem Blumenbeet. Beliebt sind Sitzgarnituren aus Rattan, Außensofas oder Holzliegen. „Die Freizeit ist wertvoll. Da will man es bequem haben“, heißt es. Für die Beschattung stehen Ampelschirme ganz hoch im Kurs. Und für die Wintergärten gibt es im Fachhandel bestimmte Lösungen, die maßgeschneidert sind und den optimalen Schutz vor Hitze gewähren.

Im April startet die Gartensaison und für viele Menschen spielt sich der überwiegende Teil der Freizeit wieder im Garten ab. Man relaxt, genießt die Sonnenstrahlen – und dank der inzwischen erfolgten Umstellung auf Sommerzeit ist es schon wieder bis 20 Uhr hell. Sogar nach Feierabend bieten sich genug Gelegenheiten, sich auf der Terrasse oder im Garten aufzuhalten – und die Natur blüht auch auf.

Teiche, Springbrunnen oder Wasserspiele runden die Möglichkeiten der Gartengestaltung ab. Exotisch kann es sein, aber auch klassisch mit Obstbäumen oder Sträuchern. Entscheidend sei aber, nicht hinter irgendwelchen Trends hinterherzulaufen oder gar Gärten von anderen zu kopieren. „Es muss einem selbst und nicht anderen gefallen“, sagt ein Experte. Das klingt zwar selbstverständlich, wird aber oft nicht gelebt. Sich nur einen Garten deshalb zu gestalten, um damit andere womöglich beeindrucken zu wollen, sei so etwas wie Selbstbetrug.

Dem oft stapazierten Wort „authentisch“ kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Denn nur wer sich mit seinem Garten identifizieren kann, profitiert konsequenterweise auch von seinem Erholungswert.

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