Schüler und Studenten kennen das: Das Geld ist allem der Monat aber noch nicht. Und dann soll es ja auch noch mit den Mädels oder Kumpels in die Sonne gehen! Wie gut, dass die Ferien nicht nur so lange wie der Urlaub dauern. Ferienjobs sind der Schlüssel zum entspannteren Semester, dem Urlaub im Süden oder dem neuen Handy. Doch wo lässt sich solch ein Job bloß finden? Vielleicht bei der Zeitarbeitsbranche.

Arbeiten wenn andere Urlaub machen: Zeitarbeitsfirmen vermitteln Tätigkeiten in den Ferien – und auch sonst

Der klassische Weg heißt Klinkenputzen – und funktioniert noch immer: Der Anruf bei Firmen vor Ort, die Nachfrage bei Verwandten oder Eltern von Freunden – oft stellen heimische Firmen gerne Hilfskräfte für ein paar Wochen ein. Auch ein Anruf bei der Agentur für Arbeit kann Erfolg versprechen. „Was viele Studenten meist jedoch nicht wissen, ist, dass dies grundsätzlich auch in der Zeitarbeit möglich ist“, erklärt Sven Konzack, Geschäftsführer von Deutschlands größter Online-Jobbörse für die Zeitarbeitsbranche Timeworkers.de.

„Die deutschen Zeitarbeitsunternehmen suchen aufgrund des Aufschwungs weiterhin Arbeitskräfte“, berichtet der Zeitarbeitsexperte. Auch für Schüler und Studenten gibt es deshalb durchaus die Chance, hier einen passenden Ferienjob zu finden. Besonders interessant für Studenten: Da Zeitarbeiter flexibel in den unterschiedlichsten Wirtschaftszweigen eingesetzt werden, bietet sich die Möglichkeit in Branchen eingesetzt zu werden, die zu ihrem Studiengang und eingeschlagenen Karriereweg passen. „Anders als die üblichen Gelegenheitsjobs – beispielsweise Aushilfskellner oder Supermarkt-Kassierer – kann der Student hier praktische Erfahrung in den Zweigen der Wirtschaft sammeln, in denen er später mit seinem erfolgreich absolvierten Studium Fuß fassen möchte“, erläutert Sven Konzack. Darüber hinaus mache sich das als Job-Referenz auch im Lebenslauf sehr gut.

Das gilt übrigens nicht nur für Studenten: Jugendliche, die in den Ferien oder am Abend arbeiten, haben später bessere Chancen im Beruf, haben Forscher der Universität British Columbia in Kanada herausgefunden. Durch die Arbeit verbesserten sich die sozialen Kompetenzen. Dazu zählen Einfühlungsvermögen, Teamfähigkeit, Verlässlichkeit und Selbstdisziplin. Zudem haben Schüler so bereits Referenzen für später und gelernt, wie man sich um einen Job bemüht. Etwa jeder vierte Jugendliche oder junger Erwachsener zwischen 13 und 22 Jahren hat einen Ferienjob, hat das Deutsche Jugendinstitut vor einigen Jahren ermittelt.

Doch bevor es ans Arbeiten geht, sollten Schüler und Studenten wissen, was geht, und was nicht – denn Ferienjob ist nicht gleich Ferienjob, nicht jeder darf alles – und ab einer gewissen Verdiensthöhe tritt auch noch das Finanzamt auf den Plan. Es gibt Rechte und Pflichten, die man kennen sollte.

Für alle Arbeitswilligen, die noch nicht volljährig sind, gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz: Es schreibt zum Beispiel vor, wer wie lange arbeiten darf. Jugendliche ab 15 Jahren dürfen demnach bis zu 8 Stunden pro Tag arbeiten. Die Arbeitszeit muss aber zwischen 6 und 20 Uhr liegen und darf 40 Stunden in der Woche nicht überschreiten.

Kinder über 13 Jahren dürfen nur leichte Arbeiten verrichten, dazu gehören zum Beispiel Babysitten oder Nachhilfe. Wichtig: Die Eltern müssen einverstanden sein. Eine Ausnahme ist die Arbeit auf dem Bauernhof: Zwar dürfen Kinder über 13 auch hier keine schwere körperliche Arbeit verrichten – dafür können sie täglich bis zu 3 Stunden arbeiten. Die Arbeit darf aber nicht vor 8 Uhr beginnen und muss um 18 Uhr erledigt sein.

Ein klassischer Ferienjob darf außerdem nicht länger als vier Wochen im Jahr dauern. An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen dürfen Schüler nicht arbeiten – außer zum Beispiel bei Veranstaltungen, in Gaststätten, Krankenhäusern oder in Privathaushalten. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen im Gastgewerbe bis 22 Uhr und in Mehrschicht-Betrieben bis 23 Uhr mithelfen.

Nicht alle Tätigkeiten sind zudem erlaubt. Jugendliche bis einschließlich 14 Jahren dürfen nur leichte Tätigkeiten ausüben – zum Beispiel klassischen Ferienjobs wie Zeitungen austragen Rasen mähen in Nachbars Garten. Für Akkordarbeit und gefährliche Arbeiten gilt ein generelles Verbot für Jugendliche. Dazu kommt: Pausen müssen sein. Schüler, die täglich zwischen viereinhalb und sechs Stunden arbeiten, haben Anspruch auf mindestens 30 Minuten Unterbrechung. Wird mehr gearbeitet, gibt es gesetzlich verankerte 60 Minuten Pause.

Und dann ist da noch die Sache mit der Steuer und den übrigen Abgaben: Hier gelten die gleichen Regeln wie für Minijobber: Bleibt der Lohn bei 450 Euro oder darunter, zahlen sie keine Abgaben. Sozialversicherungsbeiträge und eine Pauschalsteuer muss der Arbeitgeber übernehmen. Wer mehr als 900 Euro brutto im Monat verdient, muss dagegen Steuern zahlen – zumindest zunächst. Denn da die verdiente Summe auf die zwölf Monate des Jahres umgerechnet werden bekommen Schüler und Studenten die Steuern und Abgaben in der Regel zurück, wenn ihr Jahresverdient das sogenannte steuerfreie Existenzminimum nicht überschreitet.

Da Studenten eigentlich immer 18 Jahre oder älter sind, gilt für sie natürlich nicht mehr das Jugendarbeitsschutzgesetz. Allerdings haben auch Studierende eine Sonderstellung in Sachen Jobs. Denn anders als bei normalen Arbeitnehmern müssen für Studierende lediglich Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt werden. Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fallen nicht an, sofern die Bedingungen einer studentischen Beschäftigung erfüllt sind.

 

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