Prinzipiell sind Saunabesuche in jeder Jahreszeit eine tolle Sache – und auch sinnvoll. In den Wintermonaten macht das Schwitzen in den Kabinen aber besonders viel Spaß. Ein paar Regeln sind aber zu beachten, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Saunabesuche geben einem im Winter innere Wärme. Und sie können  das Immunsystem steigern, wenn man regelmäßig geht und nichts übertreibt.

Erkältungsmäßig hat es mich in den vergangenen Monaten oft erwischt. Schnupfen, Husten, Heiserkeit sind und waren ständige Begleiter. Bei einer akuten Erkältung in die Sauna zu gehen, wäre ein Fehler. Doch jetzt, wo alles überstanden ist, könnte der Zeitpunkt günstiger nicht sein. „Die Sauna härtet ab“, sagt mir ein Freund. Das erreicht man allerdings nicht mit der Brechstange. Es ist ein längerer Prozess, der zu dem gewünschten  Erfolg führt – wenn denn richtig sauniert wird. Und da heißt die goldene Regel, es niemals zu übertreiben. Langsam herantasten, ist das Motto.

Dass ein Saunagang 15 Minuten dauern muss, ist Quatsch. Nur so lange wie man es aushält, sollte jeder in der Kabine schwitzen. Das kann fünf, zehn oder tatsächlich eine Viertelstunde dauern. Es hängt auch von der jeweiligen Sauna ab. Eine Dampfsauna ist nicht so hoch temperiert wie eine finnische Sauna – und in einer Biosauna sind es meist „nur 60 Grad“.

Für einen Wettkampf ist die Sauna ein denkbar ungünstiger Ort. Die Frage „Wer kann länger?“ sollte niemaals gestellt werden – es sei denn, dass man scharf auf Kreislaufprobleme ist. Ruhe, Erholung, Genuss sind angesagt. „Dadurch wird das Immunsystem gestärkt“, verrät mir der Saunaexperte, mit dem ich über diesen Beitrag spreche. Mindestens zwei Mal im Monat sollte geschwitzt werden, um dauerhafte Erfolge gegen Husten und Co. zu erzielen. „Und zwischen den Gängen sollte man sich gut ausruhen.“

Trotzdem ist die Sauna im Winter ein ganz besonderes Erlebnis. Sie sorgt für wohlige Wärme und schon an dieser Stelle sei verraten, dass ich mich nach dem Besuch irgendwie innerlich durchgewärmt fühle. Schon oft ist es mir passiert, dass ich aus dem Alltagsstress entfliehen wollte – und etwa nach dem zweiten Gang eine Phase der Entspannung erreicht habe.

Ich beschreibe Ihnen jetzt, wie ich meinen jüngsten Saunabesuch empfunden habe. Draußen ist Winter. Es ist ungemütlich und es stürmt bei drei Grad Celsius, dazu gesellt sich etwas Regen. Ich aber sitze im Sommer. Meine Holzbank ist mein Platz in tropischer Hitze. Gehe ich nachher in den Ruheraum, gibt mir der Liegestuhl das Gefühl, als liege ich gerade am Pool meines Lieblingshotels auf den Kanarischen Inseln.

Wer auch immer diese Saunalandschaft gebaut hat, scheint nur eines im Sinn gehabt zu haben: Relaxen. Das ganze Areal ist auf Erholung ausgerichtet. Palmen, Whirlpool, Cocktailbar – und natürlich Saunen für jeden Hitzegrad schaffen eine tropische Wohlfühl-Oase mitten in der kalten Jahreszeit. Sechs Minuten liege ich schon in der etwa zehn Quadratmeter großen Finnischen Sauna. Mein Blick geht Richtung Fenster. Nasses Laub klatscht ans Glas. Gut dass ich nicht draußen bin, ist mein Gedanke. Und der steigert noch die Gemütlichkeit.

Mit mir teilen sich eine junge Frau und zwei Männer den Raum. Dass wir nichts ahaben, spielt überhaupt keine Rolle. Im Gegenteil: Kleidung wäre hier noch auffälliger als ein Weihnachtsmann im Juli. Und an die Adresse aller, die sich aufgrund kleiner Speckröllchen oder anderer „Schönheitsfehler“ bislang nicht in die Sauna getraut haben, sei nur eines gesagt: Es kommt nicht darauf an. Gesprochen wird kaum.

Die Eieruhr signalisiert mir, dass ich zwölf Minuten „drin“ bin. Jetzt heißt es duschen. Doch vorher nehme ich den Wasserschlauch – und mache den eiskalten Kneipp-Guss. Rechtes Bein, linkes, Bein, rechter Arm, linker Arm. Dann stelle ich die Dusche an. Eine Wohltat. Offensichtlich jedoch pflegt jeder Saunagänger sein ganz persönliches Ritual. Manche steigen ins Wasserbecken, andere reiben sich mit Eis ab.

Rund 20 Minuten soll man ruhen. Und auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Manche unterhalten sich im Bistro, andere lesen Zeitung oder relaxen am Kamin. Insgesamt mache ich drei Saunagänge in unterschiedlichen Saunen. Gang zwei führt mich in die temperaturmäßig etwas niedrigere Regenbogensauna mit beruhigender Musik, Gang drei in die mächtig dampfende Dampfsauna. Jede für sich ist klasse und empfehlenswert. Rund drei Stunden dauert mein Besuch – Zeit, die unbedingt eingeplant werden sollte. Gut ist es auch, anschließend keine Termine mehr zu haben. Zuhause lege ich mich auf mein Sofa – und schaue aus dem Fenster. Regentropfen perlen daran ab. Bei dem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür. Aber ich fühle mich „pudelwohl“.

Mit diesem einen Besuch werde ich mein Immunsystem sicherlich noch nicht soweit gestärkt haben, dass ich grundlegend gegen die Anfälligkeit von Erkältungen geschützt bin. Aber ich habe mir vorgenommen, jetzt regelmäßig in die Sauna zu gehen, dort nichts zu übertreiben und die Wärme einfach zu genießen. Das ist mein Vorsatz für das immer noch junge Jahr. Und den zu brechen, ist eher unwahrscheinlich. Denn ein Saunabesuch ist etwas, das Genuss verspricht. Und mehr Gesundheit.

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