Auch Autos spüren den Winter. Kälte setzt den Motoren zu und sie können durchaus einfrieren. Wahrscheinlicher ist jedochm dass die Scheiben vereisen – und wer mit falschen Reifen unterwegs ist, könnte sein blaues Wunder erleben. Es ist deshalb angebracht, ein paar Dinge zu beachten.

Autocheck im Winter: Kleine Maßnahmen lösen große Effekte aus 

Im Oktober steht der Winter fast schon vor der Tür – auch wenn es vielleicht noch nicht so aussieht. Spätestens in vier Wochen wird es draußen aber ungemütlich und schon jetzt werden mancherorts nachts Temperaturen um den Gefrierpunkt gemessen. Zeit, sich auf der Straße auf eine vorsichtigere Fahrweise einzustellen und den fahrbaren Untersatz „winterfest“ zu machen. Ein paar Tipps helfen, diese Wochen zu meistern.

Gerade falsche oder mangelhafte Reifen sind oft der Auslöser für Unfälle auf Straßen und Autobahnen. Zudem hat es auch rechtliche Auswirkungen, weil der Versicherungsschutz verloren gehen könnte. Fachleute raten zum Reifenwechsel, wenn die Temperaturen unter acht Grad Celsius sinken. Beim Bremsen haften Sommerreifen nicht mehr ausreichend auf dem Fahrbahnbelag, denn das Gummigemisch verliert an Elastizität. Autofahrer sollten schon jetzt einen Termin vereinbaren und mit der Montage der Winterreifen nicht bis zum ersten Schneefall warten“, raten Experten.

Vor dem Reifenwechsel muss zuerst das Profil kontrolliert werden. Mindestens vier Millimeter sind hier einzuhalten, raten Experten. Winterreifen sollten nach etwa fünf Jahren generell ausgetauscht werden, denn: Langsam spröde werdendes Material und Risse könnten trotz ausreichender Profiltiefe ein Risiko sein. In einigen Gegenden sind auch  Schneeketten zu empfehlen. Wer davon neue kauft, sollte allerdings vorher die Montageanleitung lesen. Es gibt übrigens extra leicht montierbare Ketten, da muss nicht einmal das Auto bewegt werden.

Neben den Reifen ist es ratsam, den ganzen Wagen schon im Herbst einem Winter-Komplettcheck zu unterziehen. So werden zum einen Kühler und Scheibenwaschanlage mit Frostschutzmittel aufgefüllt. Zum anderen wird der Ölstand kontrolliert. Ein eventuell anstehender Ölwechsel sollte dabei auf keinen Fall über den vorgeschriebenen Zyklus hinausgeschoben werden. Der Winterfahrbetrieb verlangt beste Schmierung. Gerade im neuen Fahrzeug bringt ein Leichtlauf-Schmierstoff beim Kaltstart Vorteile. Der Kraftstoffverbrauch ist geringer und der Motor verschleißt langsamer.

Als nächstes ist die Batterie dran. Sie ist besonders kälteanfällig. Durch Prüfen ihrer Säuredichte stellt der Kfz-Fachmann fest, ob sie aufgeladen oder möglicherweise ersetzt werden muss. Ein Auswechseln der Zündkerzen und Luftfilter trägt (wie auch der Ölwechsel) zu einem besseren Kaltstartverhalten bei.

Zum Schluss werden noch der Unterbodenschutz und die Hohlraumversiegelung kontrolliert. Diese sind gegebenenfalls zu erneuern. Wer Lackschäden an seinem Fahrzeug hat, sollte diese vor dem Winter beseitigen. Es empfiehlt sich jedoch generell, Lackschäden schnell zu beseitigen, um etwaige Folgeschäden zu vermeiden.

Nicht funktionierende oder falsch eingestellte Scheinwerfer erhöhen das Unfallrisiko. Das weiß jedes Kind. Im Oktober bieten Automobilklubs und Kfz-Betriebe kostenlose Lichttests an. Gut sehen und gesehen werden ist in dieser Jahreszeit besonders wichtig. Deshalb sollten die Wischblätter gegebenenfalls erneuert und die Scheiben von außen und innen gründlich gesäubert werden. Das sorgt für gute Sicht und hilft auch gegen das lästige Beschlagen des Glases.

Sternenklare Nächte verheißen in dieser Jahreszeit eisige Temperaturen. Wer keine Garage hat, darf morgens kratzen. Einige Autobesitzer lassen ihren „Freund auf vier Rädern“ dann bei voll aufgedrehter Innenlüftung warmlaufen. Das stört zum einen den Nachbarn und ist auch nicht gerade umweltfreundlich. Eine Pappe oder Kunststoffabdeckung, eine so genannte Autogarage, ist eine gute Alternative.

Vereiste Türschlösser und angefrorene Türen haben schon so manchem Autobesitzer am Morgen einen Fluch entlockt. Von Zeit zu Zeit etwas Graphitpulver in die Schlösser und Talkumpuder auf die Türdichtungen helfen – kostengünstig – ein Einfrieren zu vermeiden. Wer in der Streusalzzeit aus gutem Grund sein Auto öfter mal in die Waschstraße fährt, sollte die Dichtungen der Türen nach der Wäsche gut trockenwischen. Gegen Einfrieren hilft das Einreiben mit Glyzerin.

Spätestens beim ersten Bodenfrost gehören diese kleinen Helfer ins Auto: Eiskratzer, Handfeger, Taschenlampe und Wischtuch. Bei längeren Fahrten mit vorausgesagtem Eis und Schnee sind eine Decke, ein Klappspaten und etwas Streusand schon so manchem im Schneechaos Steckengebliebenen eine gute Hilfe gewesen. Mit dem richtigen Wintercheck kann die kalte Jahreszeit ruhig kommen. Und wenn Sie diese Tipps beherzigen, fahren Sie sicher und entspannt durch die kühlen Monate.

Und spätestens im April ist es mit dem Frost auch wieder vorbei.

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