Mit Beginn 2018 treten einige Gesetzesänderungen in Kraft. Das ist nicht ungewöhnlich, denn dieser Termin ist beliebt für den Start neuer Regelungen. News – Das Magazin stellt einige davon vor.

Gesetzesänderungen treten Neujahr in Kraft / Familien profitieren

Es sind nur kleine Schritte, dennoch: Familien können sich über einige Änderungen im neuen Jahr freuen. Die meisten Änderungen gibt es bei der Rente.

Kindergeld

194 statt 192 Euro bekommen Eltern ab Januar monatlich jeweils für die ersten beiden Kinder. Beim dritten Kind sind es künftig 200 Euro – bislang waren es 198 Euro – , bei jedem weiteren Kind 225 Euro (Vorher 223 Euro).

Mutterschutz

Neu ist: Auch Schülerinnen und Studentinnen können künftig Mutterschutz in Anspruch nehmen. Die Schutzfrist beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin: Ab diesem Zeitpunkt muss die werdende Mutter nicht mehr arbeiten, acht Wochen nach der Geburt besteht ein Beschäftigungsverbot. Wird ein behindertes Kind geboren, verlängert sich diese Frist von acht auf zwölf Wochen. Vor der Geburt sollen Frauen aber künftig selbst entscheiden dürfen, ob sie wirklich zuhause bleiben wollen – künftig soll es nur noch medizinische Arbeitsverbote geben.

Unterhalt

Trennungskindern, die Anspruch auf Unterhalt haben und nur den Mindestsatz bekommen, steht künftig mehr Geld zu: Um sechs bis zwölf Euro steigt der Anspruch. Allerdings werden auch die Einkommensklassen der Unterhaltszahler angepasst – einige Kinder werden künftig deshalb weniger Unterhalt bekommen. Oft zahlen die Unterhaltspflichtigen Eltern aber nicht – dann springt der Staat ein. Hier steigen die monatlichen Sätze um bis zu fünf Euro.

Einkommenssteuer

9000 Euro statt bislang 8820 Euro – der Steuerfreibetrag für ledige Erwachsene steigt um 180 Euro. Erst ab dieser Summe müssen ihre Einkommen versteuert werden. Bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnerschaften verdoppelt sich der Betrag auf 18 000 Euro. Wer Kinder hat, kann auch deren Freibetrag nutzen – er steigt um 72 Euro auf insgesamt 7428 Euro. Das gilt auch für jedes weitere Kind. Für Eltern mit zwei Kindern macht das pro Monat vier Euro aus.

Hartz IV

Alleinstehende Hartz-IV-Empfänger bekommen ab Januar 2018 416 Euro statt bislang 409 Euro pro Monat. Paaren stehen künftig 374 Euro pro Person statt bislang 368 Euro zu. Für Kinder gibt es je nach Alter drei bis fünf Euro mehr.

Rente

Der Beitragssatz für die gesetzliche Rentenversicherung sinkt ab Januar von 18,7 auf 18,6 Prozent. Wer 3000 Euro brutto verdient, hat künftig 1,50 Euro mehr im Monat. Wer ab 2018 eine Erwerbsminderungsrente bezieht, bekommt schrittweise mehr Geld: Bisher bekommen Betroffene eine Rente, die mit der eines 62-jährigen Arbeitnehmers vergleichbar ist. Schrittweise wird das Niveau bis zum Jahr 2024 auf 65 Jahre angehoben.

Im Juli dürfen auch Rentner dann über ein Rentenplus von etwa drei Prozent freuen. Um Betriebsrenten attraktiver zu machen, entfällt zum Jahreswechsel das Haftungsrisiko für Arbeitgeber. Außerdem wird ein Steuerzuschuss gewährt, um mehr Geringverdiener in Betriebsrenten zu bekommen. Für Bezieher von Grundsicherung im Alter gelten künftig Freibeträge von bis zu 200 Euro für Betriebs- und Riester-Renten.
Auch die staatliche Grundzulage für Riester-Sparer steigt: von 154 Euro auf 175 Euro. Den Zuschuss zur privaten Altersvorsorge bekommt, wer mindestens vier Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens in ein zertifiziertes Riester-Produkt steckt.

Mindestlohn

Der Mindestlohn für Pflegekräfte steigt in Westdeutschland und Berlin von 10,20 Euro auf 10,55 Euro; im Osten von 9,50 auf 10,05 Euro. Im Elektrohandwerk wird künftig in Ost und West gleich bezahlt: künftig bundesweit 10,95 Euro. Der gesetzliche Mindestlohn bleibt bei 8,84 Euro.

Verkehr

Ist der Dieselskandal schuld? Künftig ist die sogenannte Endrohrmessung in jedem Fall Pflicht. Darüber hinaus müssen Neuwagen ab September die strengere Schadstoffklasse 6c erfüllen. Für Mofas und Quads mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h gilt bereits bei einer Erstzulassung ab dem 1. Januar 2018 die verschärfte Schadstoffnorm Euro 4.

Kartenmissbrauch

Bis zu einem Betrag von 50 Euro (statt 150) haften Kunden nun noch bei Missbrauch ihrer Kreditkarte oder ihres Online-Bankings. Nur wer fahrlässig gehandelt hat, muss mehr zahlen.

Steuer

Künftig dürfen Finanzbeamte Kassen in Geschäften und Gastronomiebetrieben unangemeldet prüfen. Die sogenannte Kassen-Nachschau soll Steuerbetrug eindämmen.

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