Farben erzeugen Stimmungen. Wer seine Wohnung einrichtet sollte daher darauf achten, wie bunt Schlafzimmer, Küche oder, Arbeitszimmer oder Bad gestaltet sind. Auch bei der Beleuchtung sollte darauf geachtet werden. // Von Jan Henning Rogge

Rot, Blau, Gelb – eine Lieblingsfarbe hat wohl jeder Mensch. Seine Wohnung in dieser Farbe zu streichen, ist jedoch nicht unbedingt eine gute Idee. Denn während bestimmte Farben eine Wohnung größer oder kleiner, wohnlicher oder kühler erscheinen lassen, haben sie auch noch auf einer anderen Ebene einen Effekt: Farben wirken auch auf die Psyche. Nachgewiesen ist, das manche Farben die Kreativität fördern, andere Farben hingegen beim Entspannen helfen.

 

Weiß

Wohl die Mehrzahl der Räume in unseren Breiten ist weiß gestrichen – nicht zuletzt, weil es sauber und ordentlich wirkt. Die Farbe ist ein Symbol für Reinheit und Unschuld, wirkt aber auch unnahbar. Ein weiterer Grund für die Beliebtheit der Farbe Weiß liegt in ihrer Kombinierbarkeit begründet: Alle anderen Farben harmonieren mit weiß, egal ob Möbel oder Vorhänge. Es neutralisiert, hellt auf und belebt.

 

Grau

Das Wort Grau wird oft als Synonym für Langeweile benutzt – die Farbe selbst ist jedoch alles andere als langweilig. Graue Kleidung wirkt zurückhaltend-edel und auch an der Wand kann das funktionieren. Dennoch sollten Räume nicht komplett in Grau gehalten sein – das wirkt trist und kühl. In Verbindung mit einem weißen oder pastellfarbenem Rahmen kann aus einem kühlen jedoch auch ein wohnliches Grau werden.

 

Gelb

Die Farbe der Sonne hat eine rundum positive Wirkung auf die Menschen, die sich in gelbgestrichenen Räumen aufhalten. Gelb steht für Licht, Optimismus und Freude und lindert Ängste und Depressionen. Gelb lässt kleine Räume aber auch größer wirken. Hinzu kommt, dass die Farbe die Konzentration und Kreativität fördern und anregend auf Unterhaltungen wirken soll. Gelb ist die ideale Farbe für Kinderzimmer und Konferenzräume.

 

Orange

Seine Hochphase hatte Orange gemeinsam mit Braun und Grün in den 70er Jahren, oft wild gemustert. Heute geht es weniger grell zur Sache: Orange gilt als Symbolfarbe für Optimismus und Lebensfreude. Sie ist ein Stimmungsaufheller und steht für Aufgeschlossenheit, Kontaktfreude und Selbstvertrauen. In Räumen, die in Orange gehalten sind, wird Geselligkeit gefördert und Gemütlichkeit ausgestrahlt. Orange ist die ideale Farbe für Räume mit wenig Tageslicht sowie für Küchen oder Esszimmer.

 

Rot

Rot ist die Farbe des Feuers, von Liebe und Leidenschaft, aber auch des Zorns. Sie erregt Aufmerksamkeit und steht für Vitalität und Energie, Liebe und Leidenschaft. Nicht umsonst gilt rotes Licht schon lange als Symbolfarbe des horizontalen Gewerbes: Rot wirkt appetitanregend und macht Lust auf Sex. Rotlicht kann aber auch heilend wirken: Wärmelampen helfen gegen Beschwerden der Atemwege, Verspannungen und mehr. Rot kann aktivieren, erwärmen, aber auch erhitzen. Es regt den Kreislauf, den Stoffwechsel und das Immunsystem an. In Räumen sollte Rot nur auf kleinen Flächen eingesetzt werden: Zu viel Rot macht unruhig.

 

Grün

Wer durch einen Wald oder Park läuft, kennt das beruhigende Gefühl, das die Farbe Grün vermittelt. Die Farbe steht darüber hinaus für Harmonie, Sicherheit und Hoffnung. Während gerade gedecktere Grüntöne einen Raum leicht dunkel erscheinen lassen, bringt die Farbe dennoch Ruhe, Sicherheit und Kreativität mit sich. Sie empfiehlt sich deshalb besonders für Arbeits- und Büroräume, wenigstens in Form von Pflanzen.

 

Türkis

Kühl aber auch frisch kommt die Farbe Türkis daher. Auf größeren Flächen ist die Farbe seltener anzutreffen, wohl auch, weil sie sich mit vielen anderen Farben schlecht zu kombinieren ist. Türkisfarbene Räume wirken kühl, aber persönlich.

 

Blau

Blau wie das Meer und der Himmel steht die Farbe für Ruhe, Vertrauen aber auch Sehnsucht. Ein sanftes Blau hilft bei Schlafstörungen, fördert aber auch Sprachfähigkeiten und klares Denken. Kleine Räume wirken durch einen blauen Anstrich größer. Es wird gerne in Räumen verwendet, die der Entspannung dienen, besonders in Schlafzimmern.

 

Violett

Violett ist eine nahezu mystische Farbe. Violett kann stolz und arrogant wirken – aber auch geheimnisvoll. Es unterstützt die Konzentration und das Selbstvertrauen. In Wohnräumen wirkt Purpur beruhigend, eignet sich aber eher für Empfangsräume. Als relativ dunkle Farbe sollte sie in Räumen eher sparsam eingesetzt werden. Außerdem wird der Farbe nachgesagt, den Appetit und sexuelle Lust zu bremsen: Genussmenschen sollten Violett in Ess- und Schlafzimmer also eher nicht einsetzen.

 

Rosa und Pink

Die eigentlich sanfte Farbe Rosa ist in der Natur bei Blühpflanzen besonders oft zu finden. In ihrer schrilleren Ausführungen Pink kann die Farbe aber auch aufdringlich wirken. Rosa ist laut Experten die geeignetste Farbe für Schlafzimmer, da es besänftigt und Aggressionen abbaut.

 

Schwarz

Im westlichen Kulturkreis gilt Schwarz als die Farbe von Trauer und Tod. Sie ist nur selten als Wandfarbe zu finden, bei Möbelstücken und Einrichtungsgegenständen jedoch sehr beliebt. Besonders in einer glänzenden Ausführung, oft auch „Klavierlack“ genannt, wirkt sie sehr edel. Schwarze Wände schlucken viel Licht und lassen Räume schnell kleiner wirken. Wenn überhaupt sollte die Farbe nur spärlich eingesetzt werden.

 

Braun

Braun gehört zu den Naturfarben. Die Farbe wirkt rustikal, beruhigend und ausgleichend. Während sich hellere Brauntöne die in den Bereich Beige gehen für nahezu alle Räume anbieten, können dunklere Brauntöne sehr edel wirken. Sie sollten aber wie Schwarz nur auf einzelnen Flächen eingesetzt werden, weil sie ebenfalls viel Licht schlucken und Räume kleiner wirken lassen können.

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