Wandlungskünstler Weide
Weiden werden in der Landwirtschaft und dem Naturschutz genutzt, ihre Ruten lassen sich biegen, weben, flechten, schälen, knoten und sogar stricken, sie werden im Weinbau eingesetzt und zum Würzen und Färben verwendet. Von dieser Vielseitigkeit des nachwachsenden Rohstoffs ist Floristikmeisterin Eleonore Schick, die besonders gerne mit allen Arten von Zweigen experimentiert und natürliche Floristik bevorzugt, begeistert. Für sie ist die Weide der „Nonplusultra-Werkstoff“. Sie hat eine Menge grundlegender Informationen zur Weide zusammengetragen, über Anpflanzung, Pflege, Vermehrung, die Verwendungsarten und Bezugsquellen. Und sie hat sogar Kurse bei professionellen Flechtern besucht, um noch mehr über die Weide zu erfahren. Dreißig künstlerische Projekte aus frischer und getrockneter Weide stellt sie vor. Dekorationsobjekte für drinnen und draußen, wie Körbe, Windlichter, Insektenhotels, Zäune, Rankhilfen und verschiedene Weidenbauten. Ein ausgesprochen anregendes und informatives Büchlein, das Lust darauf macht, gleich noch in diesem Herbst ein paar der einfachen Deko-Objekte auszuprobieren.

Cornelia Hoppe

„Mit Weide gestalten“ von Eleonore Schick, Kosmos Verlag Stuttgart, 127 Seiten, 16,99 Euro

 

Der Bücherspürhund
Nach dem Tod seines Herrchens muss sich der spanische Hund Perro ganz alleine durchschlagen und sehnt sich so sehr nach einem eigenen Menschen. Dann taucht in dem Ferienort der junge Antiquar Tobias auf und Perro weiß sofort, dass das sein neuer Mensch sein könnte, denn er riecht nach Freundschaft und einem Zuhause. Auch Tobias verliebt sich sofort in diesen Hund und nennt ihn Zola. Zola kann sein Glück kaum fassen, als Tobias ihn bei seiner Abreise mitnimmt. Nach Heidelberg, in sein kleines Antiquariat. Die beiden sind schnell ein eingespieltes Team, denn Tobias hat ein gutes Gefühl für Hunde und Zola ist klug. Er erkennt sofort, wie wichtig diese merkwürdigen Blätter zwischen zwei Pappdeckeln für Tobias sind und nennt sie Herzensräuber, denn er spürt, dass das Herz der Menschen oft auf Reisen geht, wenn sie in so ein Teil schauen. Zola entwickelt die verblüffende Fähigkeit, am Geruch der Vorbesitzer von Büchern, deren Gefühle beim Lesen zu erkennen und so zu wissen, zu welchem Menschen diese Bücher passen würden. Aber er spürt auch, dass sein Herrchen oft viel zu gutherzig ist und dringend Hilfe braucht. Doch einem Hund sind Grenzen gesetzt. Umso besser also, dass nach und nach ein paar liebenswerte, verlässliche Menschen in Tobias Leben treten. Denn sein Glück und das seines tierischen Freundes ist Gefahr. Eine anrührende, aber keineswegs kitschige, wunderschöne Geschichte erzählt aus der Perspektive des Hundes.

Cornelia Hoppe
„Herzensräuber“ von Beate Rygiert, Blanvalet Verlag München, 381 Seiten, 9,99 Euro

 

Spurensuche
Die renommierte Hamburger Kriegsfotografin Katharina erfährt mit 44 Jahren, dass Ihre Mutter nicht ihre leibliche Mutter sondern ihre Tante war, dass sie als Säugling adoptiert wurde und sie in den neuen Bundesländern drei Halbbrüder und eine Halbschwester hat. Einer ihrer Halbbrüder hatte nach dem Tod seiner Mutter Briefe entdeckt, die das belegen. Eigentlich kann Katharina so schnell nichts erschüttern, doch diese Nachricht wirft sie komplett aus der Bahn. Warum hat ihre Mutter sie weggegeben, warum einen anderen Mann geheiratet und warum hat ihr Vater nie nach ihr gesucht? Erst wiederwillig, dann immer eifriger versucht sie, etwas über ihre leiblichen Eltern herauszubekommen. Gar nicht so einfach, denn die Kriegszeit hat vieles durcheinandergewürfelt, Spuren sind verlorengegangen. Katharina ist verunsichert, durcheinander, dünnhäutig. Ihre Beziehung gerät in Gefahr, der Kontakt zu ihrem Sohn ist ohnehin schlecht. Und nun beginnt sie auch noch an ihrer Arbeit zu zweifeln, die ihr immer unendlich viel bedeutet hat. Ja, sie beginnt sogar nach einem Aufenthalt im krisengeschüttelten Äthiopien Ängste zu entwickeln, die sie vorher nie gekannt hatte. Wird sie ihr Leben wieder in den Griff bekommen? Wird sie Spuren ihres Vaters finden und lebt er noch? Was wird sie über sich und ihre Familie erfahren? Irgendwie scheint ihr die Zeit davonzulaufen. Ein sehr berührender, ganz besonderer Familienroman, den man kaum aus der Hand legen mag.

Cornelia Hoppe
„Alles, was folgte“ von Renate Ahrens, Droemer Verlag München, 331 Seiten, 19,99 Euro

 

Spektakuläre Sportart
Klettern macht süchtig, diese Erfahrung hat das Autorenehepaar, zwei der größten Stars der Kletterwelt, schon früh gemacht. Der Wunsch nach immer mehr, immer ungewöhnlicheren und waghalsigeren Zielen, trieb sie viele Jahre an. Aber in der letzten Zeit stellen sie sich oft die Frage, „Reisen wir, um zu klettern oder klettern wir, um zu reisen?“ Denn inzwischen haben Sie erkannt, dass ihnen die aufregende Sportart Klettern auch die Möglichkeit eröffnet, herrliche Landschaften zu entdecken und viele großartige Menschen kennenzulernen. Deshalb verbinden sie in diesem Bildband, in dem sie ihre Lieblingskletterziele in der ganzen Welt vorstellen, Expertentipps, geschichtliche und logistische Infos mit den Schilderungen ihrer Abenteuer, ergänzt durch ganz außergewöhnliche, faszinierende Fotos von unterschiedlichen Fotografen. So ist ein ungeheuer beeindruckender, vielseitiger und fesselnder Bildband entstanden, der nicht nur Kletterer begeistern wird, sondern alle, die Abenteuer lieben, halsbrecherische Sportarten und atemberaubende Landschaftsfotografien. Nur wer Höhenangst hat, sollte vorsichtig sein, denn schon beim bloßen Anschauen kann dem Betrachter schwindelig werden.

Cornelia Hoppe
„Passion Klettern“ von Caroline Ciavaldini und James Pearson, Bruckmann Verlag München, 223 Seiten, 40,00 Euro

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