Stricken im nordischen Stil

In der winterlichen Jahreszeit, in der man draußen nicht mehr so viel machen kann oder muss, macht Handarbeiten einfach am meisten Spaß. Die kuschelige Zeit vorm Holzofen oder Fernseher kann man dafür gut nutzen. Besonders schön und praktisch, wenn dabei Wärmendes herauskommt – Mützen, Stirnbänder, Handschuhe, Schals oder Pullover. Die Autorin, erfolgreiche Strickwarendesignerin, lebt auf den Orkney-Inseln im Norden Schottlands und findet dort und in der skandinavischen Stricktradition ihre Ideen, die sie in die Moderne überträgt. Die Muster sind leuchtend und fröhlich, genau richtig für lange trübe Tage. Die Schnitte sind einfach, praktisch und zeitlos. Einige Kleidungsstücke können an einem Nachmittag fertig werden, für andere werden mehrere Wochen benötigt. Ein Buch, das sich sowohl für strickende Anfänger mit ein bisschen Grundkenntnissen als auch erfahrene Strickerinnen eignet und eine Fülle von wunderschönen Inspirationen bietet. Cornelia Hoppe

„Inselmaschen“ von Hilary Grant, Landwirtschaftsverlag Münster, 142 Seiten, 18,00 Euro

 

Von Finkenwerder nach Brooklyn

Paul Benitt wächst auf einem Obsthof auf der Elbinsel Finkenwerder bei Hamburg auf. Für ihn gibt es dort keine wirkliche Perspektive und so versteckt er sich 1923 mit Hilfe eines Freundes als blinder Passagier auf einem Überseeschiff, das ihn nach New York bringen soll. Dort gelingt es ihm bald mit Fleiß und Geschick, sich als Tischer zu etablieren und Freunde zu finden. Als er Antonia, Tochter sizilianischer Einwanderer, kennenlernt, scheint sein Glück perfekt. Ihre Familie nimmt ihn freundlich auf, sie ist so viel fröhlicher und aufgeschlossener als seine eigene sture Verwandtschaft. Doch Paul ist ehrgeizig. Er möchte unbedingt Arzt werden. Die Chance dazu bietet ihm seine Mutter, die ihm ein Studium finanzieren will, unter der Voraussetzung, dass er nach Deutschland zurückkehrt. Denn nur so kann sie ihren Lieblingssohn wieder unter ihre Fittiche nehmen. Trotz seiner Liebe zu Antonia kehrt Paul nach Deutschland zurück. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht und Amerika in den Krieg eingreift, scheinen die Barrieren zwischen Paul und Antonia unüberwindlich. Doch Antonia ist in der Verfolgung ihres Lebenstraums genauso zielstrebig und ausdauernd wie Paul. Ein fesselnder Familienroman, für den man etwas Zeit und Ruhe einplanen sollte. Cornelia Hoppe

„Mit der Flut“ von Agnes Krup, Piper Verlag München, 544 Seiten, 22,00 Euro

 

Süß und trotzdem gesund

Eigentlich beginnt ja jetzt, so kurz nach den Feiertagen wieder die Zeit für Diäten und das Besinnen auf besonders gesunde Ernährung. Süßes ist dabei leider meist verpönt. Aber sollen wir darauf jetzt wirklich wieder für eine Weile ganz verzichten müssen? Vielleicht ist dieses Buch die Rettung für alle, denen das schwerfällt. Die Foodbloggerin Katharina Kraatz beweist, dass es auch durchaus gesunde süße Leckereien gibt. Sie hat eine Sammlung von mehr als siebzig Rezepten für Kuchen, Kekse, Süßspeisen und Naschereien, Getränke, Eis und köstliche Desserts zusammengestellt. Dabei achtet sie darauf, dass sie mit Vollkornprodukten, frischen Zutaten und maßvoller Süße zubereitet werden. Viele Leckereien sind mit wenig Aufwand, in zehn bis fünfzehn Minuten hergestellt, für manche wird richtig viel Zeit benötigt. Ob leicht oder schwierig ist aber bei jedem Rezept als erstes genannt. So dass auch Anfänger schnell etwas Passendes finden können. Wunderbar, also müssen wir doch nicht ganz auf unsere Seelentröster verzichten. Und da diese Süßigkeiten so lecker sind, fällt es auch leicht, sie das ganze Jahr über zu genießen, ganz ohne schlechtes Gewissen. Cornelia Hoppe

„Sweet Clean Eating“ von Katharina Kraatz, Trias Verlag Stuttgart, 93 Seiten, 14,99 Euro

 

Tragisches Ende einer Elchjagd

Petra Wilander, Chefin der örtlichen Kripo im kleinen schwedischen Ort Uvana, trifft sich in den frühen Morgenstunden mit ihrer Jagdgruppe zur Elchjagd. Normalerweise hat sie viel Freude an dieser Freizeitbeschäftigung. Doch dieses Mal ist etwas anders, bedrohlich, beunruhigend. Am Abend stellt sich dann am Sammelplatz heraus, es fehlen zwei Teilnehmer: Jäger Pär Sanner und seine halbwüchsige Tochter Alva. Pär wird kurz darauf in unmittelbarer Nähe zu seinem Jagdplatz gefunden, erschossen. Fehlschuss oder Mord? Von seiner Tochter fehlt jedoch jede Spur. Eine fieberhafte Suche beginnt, denn bei den eisigen Temperaturen zählt jede Minute. Als klar wird, das Pär Sanner ermordet worden ist, beginnt eine heikle Suche nach dem Täter. Es kann nur einer der Jagdteilnehmer gewesen sein. Misstrauen breitet sich in dem kleinen Ort, in dem eigentlich jeder jeden kennt, aus. Auch die Journalistin Magdalena Hansson, eigentlich in Elternzeit, beginnt zu recherchieren und begibt sich damit in tödliche Gefahr. Ein fesselnder Schwedenkrimi, der Lust macht, die zwei Vorgängerbände zu lesen und auf Fortsetzung hoffen lässt. Cornelia Hoppe

„Still ruht der Wald“ von Ninni Schulman, Bastei Lübbe Verlag Köln, 495 Seiten, 10,00 Euro

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