Ganzjährig Hilfe für Vögel

Vor kurzem hat sich bei der jährlichen Zählung „Stunde der Wintervögel“ des NABU zum Glück herausgestellt, dass es wieder deutlich mehr Vögel als im Vorjahr in unseren Parks und Gärten gibt. Gerade rar gewordene Arten, wie Meisen, Kleiber, Buntspecht und Kernbeißer sind wieder stärker gesichtet worden. Im Grunde kann jeder von uns dazu beitragen, dass es so bleibt, indem wir die Vögel bei ihrer Futtersuche unterstützen. Und das nicht nur im Winter. Gerade in der Zeit der Jungtieraufzucht brauchen Vögel enorm viel Energie. Wie man ganzjährig richtig füttern kann, das erfahren wir in diesem Buch. Und ganz nebenbei noch eine Menge mehr über das Leben unserer possierlichen Gartenbewohner. Fütterungsplan, Futtermittel, Futterspender, Bereitstellung von Wasser auch im Winter, Hygiene, Vogelarten, bis hin zu Bauplänen für ein ideales, günstiges Futterhaus – alle wichtigen Informationen bietet dieses Buch. Fundiert, aber gut lesbar. Auch mögliche Probleme und ergänzende Vogelschutzmaßnahmen durch einen vogelfreundlich gestalteten Garten werden angesprochen. Die zahlreichen Tipps sind sowohl für Neulinge, wie auch für langjährige Vogel-Fütterer geeignet. Viele Fotos machen Lust, gleich selbst mal zu schauen, welche gefiederten Gäste sich entdecken lassen. Gemeinsam mit Kindern macht das bestimmt doppelten Spaß. Cornelia Hoppe

„Vögel füttern – aber richtig“ von Peter Berthold und Gabriele Mohr, Kosmos Verlag Stuttgart, 175 Seiten, 9,99 Euro

 

Drucken als Hobby

Hoch- und Siebdruck, Cyanotypie und Monotypie, Bildtransfer und Schablonieren – der Untertitel klingt erstmal sehr fachlich. Aber dieser anregende Bildband ist eine Fundgrube für Hobbykünstler. Sie erfahren genau, welche Fähigkeiten, Kenntnisse und Werkzeuge benötigt werden. Jede Drucktechnik wird detailliert und verständlich Schritt für Schritt erklärt, eine Fülle von Zeichnungen unterstützen dabei. Dann werden fantasievolle Objekte mit den verschiedenen Druckmöglichkeiten vorgestellt: Kissenbezüge, Schmuck, Grußkarten, Kleidungsstücke, Buchumschläge, Briefpapier, Haushaltsutensilien, Taschen und Geschirr. Den eigenen Ideen sind dabei keine Grenzen gesetzt. Die Anforderungen an den Arbeitsplatz sind nicht sonderlich hoch, die Autorin hat ihre Objekte in Küche, Bad und Garten gefertigt. Aber die Liste der notwendigen Werkzeuge und Materialien ist doch bei einigen Objekten ganz schön lang. Wer also Lust bekommt, seine Talente beim Drucken erst einmal auszuprobieren, kommt sicher mit dem Kartoffeldruck zu Anfang gut zurecht. Für einige der anderen Ideen wäre aber vielleicht doch ein Einführungskurs, bei dem Material und Werkzeug vorhanden sind, ganz sinnvoll. Lust dazu weckt dieses Buch auf jeden Fall. Cornelia Hoppe

„Von Hand gedruckt“ von Vanessa Mooncie, Haupt Verlag Bern, 175 Seiten, 29,90 Euro

 

Rätsel der Vergangenheit

Bei einem Verkehrsunfall jugendlicher Rowdies überlebt nur der Fahrer schwerverletzt. Routinemäßig wird Blut abgenommen und ein DNA-Test gemacht, in der DNA-Datenbank gibt es einen Treffer: es gibt eine familiäre Übereinstimmung mit DNA-Spuren einer zwanzig Jahre zurückliegenden Vergewaltigung. Der Mord wurde nie aufgeklärt. Ein Fall für Detective Chief Inspector Karen Pirie von der Historic Cases Unit in Edinburgh. Zunächst sieht es nach einer schnellen Lösung aus, doch der im Koma liegende junge Mann ist adoptiert worden, Eltern unbekannt. Während der zähen Nachforschungen stößt Karen Pirie auf einen anderen alten, ungelösten Fall. Sie findet es merkwürdig, dass, nachdem seine Mutter 1994 einem Bombenattentat zum Opfer fiel, nun viele Jahre später ihr Sohn auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen ist. Doch der ermittelnde Beamte will es sich leicht machen und bleibt bei seiner Selbstmordtheorie. Es sich leicht machen, das ist nichts für Karen Pirie, wenn ihr Spürsinn erstmal geweckt ist. So ermittelt sie auch, unbefugt, in diesem Fall und dem nie wirklich aufgeklärten Bombenattentat. Dabei tritt sie offenbar nicht nur dem lustlosen Kollegen und ihrem Vorgesetzten auf die Füße, Menschen, die sie nur zu gerne loswerden würden, sondern kommt dem Täter gefährlich nah. Lebensgefährlich nah. Für den neuesten Krimi der schottischen Autorin, vor allem bekannt durch die auch verfilmte Reihe um Profiler Tony Hill, braucht man etwas Geduld, die sich aber bis zur letzten Seite lohnt. Cornelia Hoppe

„Der Sinn des Todes“ von Val McDermid, Droemer Verlag München, 488 Seiten, 22,99 Euro

 

Botschafterin des Gewissens

Wer kennt ihn nicht, den Titel „We shall overcome“ der engagierten Folk-Sängerin Joan Baez. Einige von uns haben ihn sicher sogar schon öfter bei Veranstaltungen für Frieden und gegen Gewalt und Ungerechtigkeit mitgesungen. Und kaum jemand ist nicht fasziniert von der bis heute konsequenten und engagierten Pazifistin. Umso spannender, dass nun, dreißig Jahre nach der Biographie von Wolfgang Biederstädt (einem ehemaligen Mindener Lehrer übrigens) nun endlich eine neue, umfangreiche und sorgfältig recherchierte Biographie erschienen ist. Geschrieben hat sie Musikwissenschaftler, Biograph und Musiker Jens Rosteck. Er zeichnet kenntnisreich und einfühlsam den Weg dieser großartigen, mutigen und unbequemen Künstlerin von der Peacenik-Ära über den Widerstand gegen den Irak-Krieg bis hin zur Trump-Kritik nach. Er stellt ihre musikalischen Besonderheiten vor, nicht nur ihre zahlreichen Klassiker und Hits, sondern auch überraschende, weniger bekannte Titel, macht aber auch ihre Persönlichkeit, ihre Verletzbarkeit und Verunsicherung deutlich. Ein ganz besonderes, wichtiges und fesselndes Buch für jeden Musikliebhaber, das die Wartezeit auf ihr für März angekündigtes neues Album verkürzen hilft. Bis dahin kann man ja die alten LPs noch einmal hervorkramen, um die vertrauten Songs mit zu singen. Cornelia Hoppe

„Joan Baez“ von Jens Rosteck, Osburg Verlag Hamburg, 357 Seiten, 24,00 Euro

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