Gequälte Seelen an einem idyllischen Ort

Die fröhliche, vierjährige Linnea Berg ist verschwunden. Den Eltern fällt es erst spät auf, jeder von ihnen hatte gedacht, sie sei bei dem anderen. Eine große Suchaktion beginnt in den Wäldern um den Hof der Eltern bei Fjällbacka. Ganz viele Menschen helfen mit, voller Sorge, denn genau von diesem Hof ist vor 30 Jahren schon einmal ein vierjähriges Mädchen verschwunden und später ermordet aufgefunden worden. Als auch Linnea tot aufgefunden wird, ist das Entsetzen groß. Auch die ermittelnden Polizisten sind sehr betroffen, alle haben selbst kleine Kinder oder Enkel. So ist es schwierig, die Ermittlungen besonnen durchzuführen. Die Zeit scheint ihnen davon zu laufen, es gibt eine Menge Richtungen, in die ermitteln werden muss und viele Beteiligte haben offenbar etwas zu verbergen. Hat die Schauspielerin Marie Walls, die sich gerade zu Dreharbeiten in Fjällbacka aufhält, etwas mit dem Fall zu tun? Sie und ihre Freundin Helen waren vor 30 Jahren verdächtigt worden, die kleine Stella ermordet zu haben. Oder stecken Marie und Helens eigenartige Kinder Jessie und Sam dahinter, die offenbar einen morbiden Plan aushecken? Schnell geraten aber auch Geflüchtete aus einer nahegelegenen Unterkunft in Verdacht und eine verheerende, kaum zu stoppende Entwicklung beginnt. Ein neuer Fall mit dem sympathischen Hauptkommissar Patrik Hedström und seiner Frau, der Schriftstellerin Erica Falck. Lang ersehnt von allen Fans und wie immer fesselnd und unterhaltend, aber durch die aktuellen Bezüge auch berührend. Die Idylle in Fjällbacka ist auf jeden Fall für immer dahin. Cornelia Hoppe

„Die Eishexe“ von Camilla Läckberg, List Verlag Berlin, 744 Seiten, 22,00 Euro

 

Kräftigungsrituale für jeden Tag

Gerade habe ich in einem Seminar noch einmal erfahren, wie wichtig eine präsente, selbstbewusste Körperhaltung beim Durchsetzen in schwierigen Situationen ist. Doch wie kann ich diese Körperhaltung erreichen, gerade wenn ich Probleme habe, mir Sorgen mache, vielleicht gerade unzufrieden, unsicher, unausgeglichen bin? Karin Albrecht, ehemalige Tänzerin und seit Jahren als Ausbilderin und Referentin zu Themen wie Stärke, Präsenz und körperliches Wohlbefinden engagiert, zeigt, wie jeder von uns durch einfache Körperübungen mehr Energie, Gelassenheit, Selbstbewusstsein und Ausstrahlung gewinnen kann, um so die täglichen Herausforderungen sicherer, ruhiger und überzeugender zu bewältigen. Sie nutzt dabei Erkenntnisse aus Forschungen, beispielsweise wie Kraft- und Glückshormone durch Körperübungen ausgelöst werden können und verdeutlicht, welches Kraftpotenzial in bestimmten Körperhaltungen steckt. Diese Power Posings ergänzt sie durch Mobilisationen, Atemverlangsamung und innerer Zentrierung. Die Übungen sind Schritt für Schritt erklärt und durch genaue Zeichnungen verdeutlicht. Es werden Übungen vorgestellt, die gut als stärkende Rituale in den Tagesablauf eingebaut werden können aber auch solche, die uns in Notfall-Situationen schnell mehr Selbstvertrauen geben können. Ein Büchlein, das ich in nächster Zeit griffbereit auf meinem Schreibtisch liegen haben werde. Cornelia Hoppe

„Power Posing“ von Karin Albrecht, TRIAS Verlag Stuttgart, 77 Seiten, 12,99 Euro

 

Ungewöhnliche Pop- und Kulturgeschichte

Kulturhistoriker Wolfgang Kos hat 99 Songs ausgewählt, deren Aussagekraft über die Musik hinausweist und die charakteristisch für ihre Zeit sind. Alle sind spezifisch und relevant genug, um an ihrem Beispiel gesellschaftliche Hintergründe und Entwicklungen vorzustellen. Sie kommen aus unterschiedlichen Musikepochen und kulturellen Milieus, die Stile reichen von Operette bis Hip-Hop und Rap. So beginnt das Kapitel 1900-1920 mit dem Lied „Ich bin eine anständige Frau“ aus der „Lustigen Witwe“ von Franz Lehar, und der 99. Song ist der Titel „Birima“ des senegalesischen Autors und Sängers Youssou N´Dour. Es werden bekannte und weniger bekannte internationale und deutsche Titel vorgestellt, wie Cross Road Blues, Tutti Frutti, We Shall Overcome, Satisfaction, Take It Easy, Dancing Queen oder Video Killed the Radio Star. Auf zwei bis vier Seiten finden sich Informationen zur Entstehungsgeschichte, zu den Interpreten und den zeitgeschichtliche Hintergründen, ergänzt durch wunderbare Foto-Dokumente. Ein Buch, das immer wieder zum Stöbern und Blättern einlädt, fundiert und unterhaltsam. Nicht nur für Musikliebhaber. Cornelia Hoppe

„99 Songs“ von Wolfgang Kos, Brandstätter Verlag Wien, 318 Seiten, 39,90 Euro

 

Fit durch Trampolinspringen

Trampolinspringen ist nicht neu und Spaß hat es schon immer gemacht. Aber zurzeit gibt es einen regelrechten Hype um das Trampolin als Fitness-Gerät. In vielen Städten gibt es inzwischen sogar Trampolin-Parks, ähnlich konzipiert wie Fitness-Center oder Freizeitparks. „Jumping Fitness“ ist eine Trainingsmethode auf dem Minitrampolin, zu der man Kurse besuchen und in Gruppen üben kann. Ein Training, dass Ausdauer, Kraft, Koordination und Schnelligkeit fördern soll und durch fetzige Musik unterstützt wird. Es erinnert sehr an Aerobic. Es ist aber auch für das Training in den eigenen vier Wänden geeignet. In diesem schmalen Bändchen wird das Minitrampolin vorgestellt, die Wirkung des Trainings, die korrekte Ausführung der Grundschritte und die richtige Technik erklärt. Dann folgen Grundpositionen und Sprungtechniken, sehr gut nachvollziehbar erklärt und durch zahlreiche Fotos ergänzt. Das eigentliche Trainingsprogramm findet sich auf den zwei beiliegenden DVDs für Anfänger und für Fortgeschrittene. So kann jeder zu Hause die Anleitung professioneller Trainer in Anspruch nehmen und vor dem Bildschirm ein komplettes Workout mitmachen. Fitness-Neulinge sollten aber vielleicht erstmal mit federnden, wippenden oder schwingenden Bewegungen und Balanceübungen anfangen, wie sie im zweiten Kapitel vorgestellt werden. Spaß macht das alles bestimmt. Cornelia Hoppe

„Jumping Fitness“ von Antonia Westphal, Riva Verlag München, 63 Seiten, 24,99 Euro

 

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