Name „Bernstein“ heute weltweit ein Begriff in der Industrie

Es war 1947, als ein Zug im Bahnhof Porta Westfalica liegen blieb und aus unerfindlichen Gründen nicht weiterfahren konnte. Hans Bernstein gehörte gemeinsam mit seiner Frau Ursula und dem damals vierjährigen Sohn Hans-Joachim zu den Passagieren. Sie siedelten gerade aus Leipzig in den Westen über und hatten den ursprünglichen Plan, nach Süddeutschland zu reisen. Doch die junge Familie beschloss nun, aus dem Zug auszusteigen und in Porta Westfalica zu bleiben: Die Weichen für die Bernstein AG, einem der führenden Entwickler und Hersteller von Schaltern, Sensoren, Gehäusen und Tragarmsystemen, waren gestellt.

Das Familienunternehmen beschäftigt heute international mehr als 560 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 10 Ländern. 2017 feierte es bereits 70-jähriges Bestehen und noch immer findet sich der Hauptsitz in Porta Westfalica. Hans Bernstein gründete hier zunächst die Firma „Bernstein  Spezialfabrik für Schaltkontakte“, aus der die heutige Bernstein Gruppe hervorging. Hans-Joachim Bernstein, sein ältester Sohn, schrieb die Erfolgsgeschichte maßgeblich fort. Unter seiner Leitung, gemeinsam mit seiner Frau Gisela Bernstein, entwickelte sich das Unternehmen zur heutigen international tätigen Technologiegruppe. Inzwischen wird das Familienunternehmen in 3. Generation durch die Enkelkinder des Firmengründers, Nicole und Achim Bernstein, geführt.

Als Vorstandsvorsitzende ergänzt Gisela Bernstein die Unternehmensführung. Eine besondere Würdigung erfuhr Hans Bernstein posthum im Juli 2015, als die Stadt Porta Westfalica die Zufahrtsstraße zum Hauptverwaltungssitz in „Hans-Bernstein-Straße“ umbenannte. Nicht weit entfernt, in Hille-Hartum, befindet sich der deutsche Fertigungsstandort des Unternehmens. Die derzeit am weitesten entfernte Bernstein Tochtergesellschaft ist Bernstein Safe Solutions in Taicang, China – zwischen ihr und Hausberge liegen exakt 8.627 km.

Doch welche Produkte sind es, die der Bernstein AG zu ihrem Erfolg verhalfen und dafür sorgen, dass das Unternehmen stetig weiterwächst? „Wir unterstützen Kunden aus unterschiedlichen Branchen bei der Planung und Umsetzung von sicherheitstechnischen Anforderungen. Neben dem klassischen Anlagen- und Maschinenbau betreuen wir Kunden aus den Bereichen Aufzugbau, Automobilproduktion, Landtechnik, Automatisierungstechnik oder Energietechnik, um nur wenige Beispiele zu nennen“, verrät Nicole Bernstein.

So überwacht beispielsweise eine der jüngsten Produktentwicklungen, der Smart Safety Sensor SRF, beweglich trennende Schutzeinrichtungen wie Klappen, Türen oder Schutzgitter an Industrieanlagen und -maschinen. Der Sicherheitssensor bewahrt Mitarbeiter vor Verletzungen, indem er die Anlagen abschaltet oder erst gar nicht in Betrieb nimmt, solange die trennende Schutzeinrichtung nicht ordnungsgemäß geschlossen ist. Seinen besonderen Fokus hat Bernstein bei dieser Neuentwicklung auf das zum Sensor zugehörige Diagnosesystem gelegt: Es liest eine Vielzahl an Daten aus und macht sie zentral und flexibel im Sinne einer intelligenten Produktion verfügbar. Damit unterstützt Bernstein seine Kunden durch den Einsatz digitaler Informationen in der Umsetzung seiner Industrie 4.0. Auf diesem Weg können Produkt- und Prozessqualität und somit letztlich die Maschineneffektivität gesteigert werden. Eine Tatsache, die neben weiteren vor kurzem auch die Jury des Red Dot Awards überzeugte: Im Rahmen eines mehrtägigen Bewertungsprozesses konnte sich Bernstein  mit seinem berührungslosen Sicherheitssensor SRF vor den Mitstreitern behaupten und erhielt die Auszeichnung „Red Dot“.

Neben industriellen Sicherheitslösungen hat Bernstein sich auch mit Produkten im Bereich Bedienen und Beobachten, zum Beispiel in Produktionsstraßen der Automobilindustrie, einen Namen gemacht. So sollte beispielsweise der Bediener einer Maschine die Möglichkeit haben, das Arbeitsumfeld an seine individuellen Körpermaße, Körperkräfte und Anforderungen anpassen zu können. Genau die richtige Herausforderung für Tragsysteme wie das CS-4000 neXt mit seinem drehbaren Standfuß, einer individuell höhenverstellbaren Tastaturablage und weiteren Funktionen.

„Auch in Zukunft wollen wir weiterwachsen, denn zu einem modernen und zukunftsfähigen Unternehmen gehört es auch, sich nicht auf den Erfolgen der Vergangenheit auszuruhen, sondern ständig neu am Puls der Zeit und des Marktes zu bleiben. Die Menschen, die bei uns arbeiten, stehen genau deshalb im Mittelpunkt aller unserer Bemühungen, denn ihre Motivation, ihr Fachwissen und ihr Zusammenwirken sind die Basis für unseren Unternehmenserfolg“, erläutert Nicole Bernstein abschließend.

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