Eine Karriere wortwörtlich auf der Überholspur – das bietet die Ausbildung beziehungsweise der Berufsstand des Berufskraftfahrers. Wer gern unterwegs ist und Spaß daran findet, schweres Gerät zu steuern, der sollte über diese Jobperspektive definitiv einmal nachdenken. // Von Michaela Meier

 

Orientiert, flexibel, vielfältig / Berufskraftfahrern stehen viele Wege offen

Es gibt die romantische Vorstellung des freiheitliebenden Truckers, dessen Zuhause die Straße ist und der mit seinem motorisierten Gefährten tagelang über den gesamten Kontinent cruist. Es geht aber auch anders. Es gibt auch Berufskraftfahrer mit geregelten Arbeitszeiten, kurzen Fahrrouten und freien Wochenenden. Abhängig ist das vom jeweiligen Arbeitgeber. Ob in der Region, im Bundesland, ganz Deutschland oder europaweit unterwegs – möglich ist tendenziell alles.

 

Gelernt ist gelernt

Transportiert werden können dabei entweder Personen oder Ware, beispielsweise als Busfahrer im Personenverkehr, Speditionsfahrer von Industriegütern, Führer von Paket- oder Entsorgungsfahrzeugen. Die Ausbildung ist dabei immer die gleiche. Innerhalb von drei Jahren lernt der Azubi sowohl in der Berufsschule als auch im Betrieb alles, was er an Handwerkszeug benötigt. Dazu gehört die Orientierung im Straßensystem genauso wie das Fahren von Bussen und LKWs in verschiedenen Größenordnungen. Ebenso essentiell: Wie funktioniert  mein Fahrzeug? Natürlich darf auch das Thema Sicherheit nicht zu kurz kommen. Wer gefährliche Lasten transportiert, muss wissen, was es zu beachten gilt. In jedem Fall ist es entscheidend, dass das Vorgehen an Unfallstellen oder auch beim Be- und Entladen eines Lastenwagens bekannt ist. Und weil ohne Papierkrieg nichts geht, wird natürlich auch vermittelt, wie Abrechnungen erstellt und Fahrtenbücher geführt werden. Ökologisch und ökonomisch wichtig ist auch das richtige Planen und Organisieren von Routen.

Grundsätzlich ist es möglich, mit jedem Schulabschluss eine Ausbildungsstelle als Berufskraftfahrer zu ergattern. Praktisch betrachtet werden aber Haupt- und Realschulabschlüsse bevorzugt. Unabdingbar ist Verantwortungsgefühl. Ob leblose Frachten, Mensch oder Tier – jedes davon will sicher ans Ziel gelangen.

 

Der einsame Wolf

Berufskraftfahrer, gerade solche, die längere Strecken absolvieren, verbringen nicht unwesentlich viel Zeit alleine. Wer das gut verträgt oder sogar genießt, für den bietet dieser Beruf einen zusätzlichen Anreiz. Das muss aber nicht zwangsweise so sein – modernen Medien sei Dank. Generell spielen diese im Berufsalltag eine immer größere Rolle. Daher ist es nicht verkehrt, EDV-Kenntnisse mitzubringen.

Gerade als Fahrer im Bereich der Spedition ist man viel auf Achse und kann gegebenenfalls einiges von der Welt sehen. Da sind wir wieder beim Gefühl der Freiheit und Unabhängigkeit. Das bringt natürlich auch viel Zeit fernab von daheim mit sich. Auch als Busfahrer ist so ein Aktionsradius möglich. Beispielsweise für Reiseunternehmen. Genauso gut können aber Linienfahrten im regionalen Straßenverkehr auf der Agenda stehen, wenn das denn erwünschter ist. Wie gesagt, das ist unabhängig vom jeweiligen Arbeitgeber. Doch wo man sich tatsächlich bewirbt, das liegt ja stets in der eigenen Hand. Auch für Berufskraftfahrer besteht die Möglichkeit, mit geregelten Arbeitszeiten zu leben und nur Kurzstrecken zu fahren. Das gestaltet sich dann direkt weniger einsam und eher strukturiert.

 

Hoch hinaus

Perspektivisch sieht es ebenfalls gut aus. Mit Hilfe von Aufstiegsweiterbildungen kann der Meister für den Kraftverkehr in Angriff genommen werden und mit einer Hochschulzugangsberechtigung besteht die Möglichkeit etwa im Bereich der Logistik oder des Supply-Chain-Managements ein Bachelor-Studium zu absolvieren. Doch auch wer zufrieden mit dem Fahrersitz ist, kann sich freuen. Berufskraftfahrer sind heiß begehrt. Übrigens längst nicht mehr nur die männlichen. Frauen werden gerne eingestellt, der Beruf soll feminisiert werden. Denn dank Hebebühnen und ähnlichem kommt es längst nicht mehr so sehr auf körperliche Kräfte an. Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein, gute Orientierung und Planungsweitblick sind schließlich geschlechtsunabhängig.

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