Eine Frau nimmt Rache
Ein Schicksalsschlag trifft Diane Kruger „Aus dem Nichts“

Als der türkischstämmige Drogenhändler Nuri aus der Haft entlassen wird, plant er, ein neues Leben zu beginnen und in Hamburg ein Übersetzungsbüro zu eröffnen. Da reißt eine Nagelbombe und Nuri und seinen sechsjährigen Sohn Rocco in den Tod. Nuris Frau Katja (Diane Kruger aus „Inglorious Basterds“) verliert nach dieser schrecklichen Tat den Halt, trägt Selbstmordgedanken und stürzt sich in Alkohol und Drogen.
Zunächst ermittelt die Polizei im Hamburger Drogenmilieu, doch alle Anfangsverdachte verlaufen im Sande. Dann geht ein entscheidender Hinweis ein und ein Neonazi-Pärchen wird verhaftet. Katja schöpft Hoffnung, als die Staatsanwaltschaft mit einer vermeintlich wasserdichten Beweislage Anklage erhebt und zieht sich selbst aus dem Sumpf. Doch die Verteidigung bringt geschickt die Beweisführung ins Wanken und letztendlich werden die Verdächtigen aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Katja ist verzweifelt und überlegt, auf eigene Faust ihre Vorstellung von Gerechtigkeit durchzusetzen …
Regisseur Fatih Akin inszenierte einen aufwühlenden Thriller, der Hauptdarstellerin Diane Kruger Raum für eine äußerst mitreißende Performance bietet. Man kann gar nicht anders, als an den kalten Institutionen unserer Gesellschaft zu zweifeln, egal ob schlampige Ermittler oder aalglatte Juristen. Der Film packt seine Zuschauer emotional wie es selten im Kino der Fall ist. Das Publikum und die Kritiker der diesjährigen Filmfestspiele in Cannes waren von der deutschstämmigen Diane Kruger so begeistert, dass sie ihr die Goldene Palme als beste Schauspielerin verliehen.

Tom Twelsiek

 

Ein Junge nimmt Reißaus
„Coco“ flieht aus dem Reich der Toten

Der zwölfjährige Schustersohn Miguel mag nichts mehr als Musik. Doch seit sein Urgroßvater einst seine Frau verließ, um Musiker zu werden, ist die Leidenschaft für Töne und Klänge in Miguels Familie verpönt. Als Miguel am Tag der Toten, einem mexikanischen Fest, die Gitarre seines Idols Ernesto in einer Kapelle entdeckt, öffnet das Instrument auf magische Weise ein Tor in die Unterwelt. Einen Tag lang darf Miguel das zauberhafte Totenreich betreten, wo er die Seelen seiner verstorbenen Verwandten trifft, darunter seine Urgroßmutter Imelda und das freundliche Skelett Hector. Gemeinsam entdecken sie die Wahrheit hinter Miguels Familiengeschichte. Doch Miguel muss achtgeben, denn das Tor zur Unterwelt ist nur am Tag der Toten geöffnet …
Der mexikanische “Día de los Muertos” ist ein traditionelles Fest zur Ehrung der Toten und wird am 1. und 2. November begangen. Der Feiertag, der vielen bei uns vor allem aus dem James Bond-Film „Spectre“ bekannt ist, ist jedoch keine triste Trauerfeier, sondern ein fröhliches Fest mit bunten Kostümen, Musik und ausgefallenen Puppen.
Nettes Animationsmusical aus dem Hause Pixar („Cars“) vor ungewöhnlicher Kulisse.

Tom Twelsiek

 

Drei Mütter nehmen eine Auszeit
In „Bad Moms 2“ entfliehen drei Mütter dem Weihnachtsstress
Amy, Carla und Kiki haben vom alljährlichen Vorweihnachtsstress die Nase gestrichen voll: Statt die Adventszeit mit Kochen, Dekorieren und Geschenke kaufen zu verbringen, beschließen sie, für ihre Familien eine kleine, aber umso persönlichere Bescherung vorzubereiten und selbst einmal die Füße hochzulegen. Doch der Traum vom entspannten Weihnachtsfest gerät in Gefahr, als plötzlich die Mamas der Mütter mitsamt ihren Vorstellungen einer perfekten klassischen Weihnacht auftauchen …John Lucas und Scott Moore, die bereits Klamauk-Klassiker wie „Hangover“ ins Kino gebracht haben, zeichnen auch für diese derbe Komödie verantwortlich, deren zünftige Gags auch gern einmal unter die Gürtellinie zielen.
Darstellerisch überzeugt vor allem Mila Kunis. Die in der Sowjetunion geborene 34jährige Schauspielerin verkörpert die ausgelaugte Helikoptermutti charmant und überzeugend. Ihr zur Seite stehen erneut Kathryn Hahn („Captain Fantastic“) und Kristen Bell, bekannt als Hobbydetektivin Veronica Mars.
Tom Twelsiek

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