DIY-Projekte aus ungewöhnlichem Material

SnapPap, Veganes Leder? Klingt interessant, aber was ist das? Es ist ganz einfach ein Material aus einem Papier-Leim-Gemisch, das waschbar ist und aussieht wie Leder, das sich durch Reißfestigkeit und Haltbarkeit auszeichnet und das sich ausgezeichnet zum Nähen und Basteln eignet. Sechzehn Kreativ-Ideen stellt der Autor dieses Buches vor. Er ist von diesem Material begeistert, betreibt einen Online-Shop für SnapPap und Zubehör und will die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten zeigen. Mit ausführlichen Anleitungen und anschaulichen Fotos werden Deko-Objekte wie verschiedene Steckboxen, ein Deko-Korb, Tischsets und attraktive Taschen vorgestellt. Wer seine Objekte ganz individuell gestalten möchte, kann das Material bemalen, bestempeln, färben, mit dem Drucker bedrucken, mit Transferfolie bebügeln oder mit einem Plotter bearbeiten. Ein bisschen Nähkenntnisse sind sicher von Vorteil, aber es gibt auch Objekte, die ohne Nähmaschine gefertigt werden können. Ein attraktiver Titel für alle, die gerne etwas selber machen und auf der Suche nach neuen Ideen und besonderem Material sind. Cornelia Hoppe

„SnapPap kreativ“ von Simon Hönnebeck, CV Verlag Rheinfelden, 94 Seiten, 16,99 Euro

 

Ausflug zur nördlichsten Insel Deutschlands

Autor Dirk Thomsen ist überzeugt, dass die Insel Sylt so viel zu bieten hat, dass ein einziger Urlaub fast zu kurz ist, um sie kennenzulernen. Er hat die Insel zwar erst recht spät für sich entdeckt, war aber sofort vom Sylt-Virus befallen und reist seitdem mindestens einmal im Jahr dorthin. Er will für Sylt-Neulinge, und davon gibt es wohl tatsächlich noch einige, zeigen, dass Sylt „facettenreich, geschichtsträchtig und ein Naturspektakel“ ist. Nach allgemeinen Informationen über Anreise und Übernachtungsmöglichkeiten folgen Kapitel über „Das Pflichtprogramm“, die Natur, Essen, Trinken und Sport, Bräuche und Geschichte und Sylt für Kinder. Sogar die kleine, attraktive Bibliothek der Insel wird vorgestellt. Kurz, kompakt, aber sehr fundiert, umfassend und sehr unterhaltsam ist dieses kleine Büchlein. Schade nur, dass das Cover für einen Reiseführer recht unattraktiv, ohne jedes Fotos ist, dabei gibt es im Inneren zum Glück eine ganze Menge davon. Wer meint, Sylt sei ausschließlich eine Schi¬cki¬mi¬cki-Insel, der wird durch dieses Buch ganz andere, faszinierende Seiten kennenlernen und vielleicht schon für den Herbst einen Ausflug auf die nördlichste Insel Deutschlands planen. Dieses Buch gehört dann unbedingt ins Gepäck. Cornelia Hoppe

„Sylt für Anfänger“ von Dirk Thomsen und Ralf Niemzig, Bruckmann Verlag München, 191 Seiten, 15,00 EURO

 

Ein außergewöhnlicher Landarzt

Brodersby ist eigentlich ein idyllischer Ort zwischen Schlei und Ostsee. Doch merkwürdige Todes- und Unglücksfälle beunruhigen die Dorfbewohner. Als auch der ortsansässige Landarzt zu Tode kommt, übernimmt Dr. Jan Storm die Praxis. Es will im Ort ein neues, ruhigeres Leben beginnen, nachdem er als Arzt einer militärischen Elite-Einheit bei einem Einsatz in Afghanistan seinen besten Freund verloren hat. Durch seine hilfsbereite, kompetente und zupackende Art gewinnt er die meisten Dorfbewohner schnell für sich und erste Freundschaften entwickeln sich. Doch schon bei seinem ersten Besuch in seiner neuen Heimat ist er über die beunruhigenden Vorfälle im Ort gestolpert, und in kürzester Zeit muss er nicht nur einmal jemandem nach einem sonderbaren Hustenanfall das Leben retten. Schließlich auch zwei Jugendlichen. Das lässt ihm keine Ruhe, er will die Hintergründe herausfinden. Schnell wird ihm klar, wie mächtig und gnadenlos die Verursacher sind. Da erweisen sich seine spezielle Ausbildung als KSK-Elite-Soldat und seine neuen Freunde als überlebenswichtig. Auch den Leser gewinnt Dr. Jan Storm, dieser ungewöhnliche Landarzt und Ermittler, schnell für sich, so dass man sich auf weitere, spannende Fälle freut. Cornelia Hoppe

„Das Schweigen von Brodersby“ von Stefanie Ross, Grafit-Verlag Dortmund, 347 Seiten, 12,00 Euro

 

Eine chancenlose Liebe in Neuseeland

Während in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts in Deutschland die Rassenideologie ihrem grausamsten Höhepunkt zusteuert, fühlen sich die Neuseeländer als junges, aufstrebendes, freies Land. Doch mehr oder weniger unterschwellig herrscht auch hier Rassismus. Am schlimmsten betroffen, Kinder aus einer Beziehung von Weißen und Maori. Das Gesetz ist weiß – eine Tatsache, die auch der junge Sio Sanft in seiner ganzen Brutalität zu spüren bekommt. Er hat einen deutschen Urgroßvater, ist im Internat aufgewachsen, intelligent, gebildet, gutaussehend, aber farbig. Das macht ihn zum Spielball einer verwöhnten, vermögenden und einflussreichen Witwe, die ihm und seiner großen Liebe das Leben schwer macht. Sio hat die bezaubernde Geigerin Josepha English, genannt Seppi kurz nach ihrer Rückkehr aus Deutschland kennengelernt. Und beide fühlen schnell eine tiefe Verbundenheit. Doch Seppi gehört der weißen Oberschicht an. Eine Verbindung scheint fast ausgeschlossen. Wie mächtig, ausdauernd und gnadenlos ihre Gegner sind, wollen die beiden aber nicht wahrhaben. Ein wunderbares Buch, das nicht loslässt. Mit vielfältigen historischen Bezügen, einer berauschend schönen Landschaft und sehr berührenden Schicksalen. Cornelia Hoppe

„Zu Ende ist nichts“ von Dieter David Seuthe, Weissbooks Verlag Frankfurt am Main, 236 Seiten, 22,00 Euro

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