2017 ist wie jedes neue Jahr. Manches ändert sich und konfrontiert uns Menschen mit neuen Situation. Meist wird nur alles teurer, doch es gibt auch Entlastungen. Ein paar Neuerungen haben wir uns mal angesehen.

 

Im neuen Jahr treten verschiedene Änderungen in Kraft. Hartz IV, Rente und Strom steigen

Besonders gerne wird der Jahreswechsel zum Anlass genommen, die Bußgelder im Straßenverkehr zu erhöhen. Das bringt Kommunen, Ländern und Bund einiges an Geld und die Steigerung nehmen die Bürger meist ohne zu Murren hin. Dass 2017 auf eine Neuregel verzichtet wird, ist so gesehen schon eine Nachricht wert. Doch dafür wird an anderen Stellen im Verkehr etwas verändert. Allen voran steht das Thema Rettungsgassen, was schon länger diskutiert wurde, da bei Autofahrern in dieser Hinsicht offenbar ein großes Informationsdefizit herrscht. Ab Januar muss bei Schrittgeschwindigkeit oder Staus eine Rettungsgasse gebildet werden, wobei nur die Fahrzeuge auf der linken Spur nach links fahren und alle anderen nach rechts. Bis dato galt die Regel, dass Rettungsgassen in der Mitte gebildet werden – auf einer vierspurigen Autobahn fuhren die linken Autos somit nach links und die rechten nach rechts. Das ist jetzt anders.

Umstellen müssen sich auch die Radfahrer. An der Ampel gilt für sie das Lichtzeichen der Autofahrer, nicht mehr das der Radfahrer. Fahren sie aber auf gekennzeichneten Radwegen mit einer eigenen Ampel, gilt diese auch  weiterhin. Auf die Lebenswirklichkeit überprüft und angepasst wurde ebenfalls die Regelung, die Eltern mit Kleinkindern jetzt erlaubt, den Fußweg mit dem Rad zu nutzen. Bislang durften nur die Kinder dort mit dem Rad fahren. Die Eltern hingegen mussten auf der Straße bleiben.

Eine gute Nachricht gibt es für alle, deren Arbeitsentgeld sich nach dem gesetzlichen Mindestlohn richtet. Der steigt 2017 von 8,50 auf 8,84 Euro pro Stunde. Ausnahmen gibt es allerdings für diejenigen, die nach einer Langzeitarbeitslosigkeit wieder einsteigen. In den ersten sechs Wochen nach der Aufnahme eines neuen Jobs erhalten sie diese Summe noch nicht.   Mehr Geld gibt es im kommenden Jahr auch für die Hartz-IV-Empfänger. Der Regelsatz für Alleinstehende steigt auf 409 Euro pro Monat. Das sind fünf Euro mehr. Die so genannte Grundsicherung für Kinder im Alter von sechs und 13 Jahren legt sogar noch deutlicher zu. Sie erhöht sich um 21 auf 291 Euro. Für Jugendliche bis 18 Jahre gibt es 311 Euro. Unverändert bleibt hingegen der Regelsatz für Kinder bis zu einem Alter von sechs Jahren. Für sie liegt die Grundsicherung auch 2017 bei 237 Euro.

Teurer wird der Strom. Das liegt an der sogenannten Ökostromumlage, die von 6,35 auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde angehoben wird. Der Anstieg ist mit der Förderung von Strom aus Sonne und Windkraft verbunden. Der Ökostrom soll dadurch an zusätzlicher Attraktivität gewinnen. Und es tut sich auch etwas in den Bereichen der Rente und der Altersvorsorge. Diese treffen jedoch im Einzelfall oft unterschiedlich zu. Rentner allerdings bekommen voraussichtlich zwei Prozent mehr Rente. Ganz in trockenen Tüchern ist das allerdings erst im Frühjahr. Dann sollen auch die genauen Zahlen vorliegen. Zu erwarten ist, dass die Rente im Osten etwas mehr steigen wird als in den alten Bundesländern. Hintergrund ist der Wille, dass sich die Lebensbedingungen in Deutschland weiter angleichen.

Die Förderung der betrieblichen Altersvorsorge legt zu und Arbeitnehmer können ab 2017 flexibler in den Ruhestand treten. Dank der sogenannten „Flexi-Rente“ kann eine Teilrente mit Teilzeitarbeit kombiniert werden. Der Gesetzgeber will ältere Arbeitnehmer dadurch motivieren, zwar in Teilrente zu gehen und weniger zu arbeiten, insgesamt aber länger im Erwerbsleben zu bleiben. Und Rentner dürfen künftig pro Jahr sogar 6300 Euro hinzuverdienen. Bislang drohten ihnen starke Kürzungen, falls der Hinzuverdienst die Summe von monatlich 450 Euro übertraf.

Und noch eine Besonderheit hält das Jahr 2017 für uns bereit, denn wir bekommen mit dem Reformationstag einen bundesweiten Feiertag mehr.  Der ist lediglich in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ein gesetzlicher Feiertag. Denn am 31. Oktober 1517 soll Martin Luther seine berühmten 95 Thesen an der Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen haben. Dieses Ereignis löste die Reformation in Deutschland aus, die das Leben der Menschen nachhaltig verändert hat. Sie brachte Bildung, eine neue Kirchenordnung und machte die Menschen freier. Luthers Thesenanschlag gilt als der Auslöser der Reformation – ein Prozess, der nach Ansichten vieler Experten noch immer läuft. Den bundesweiten Feiertag am 31. Oktober gibt es allerdings nur einmalig. Oder erst in 500 Jahren wieder.

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